Arcelormittal, Aktie

Arcelormittal Aktie: Gewinn sinkt, Marge steigt

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 08:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ArcelorMittal verzeichnet sinkenden Nettogewinn, doch EBITDA und Marge steigen dank operativer Verbesserungen und Europas Erholung.

ArcelorMittal Aktie: Operative Stärke trotz Gewinnrückgang
Abstrakte Darstellung einer modernen Industrieanlage bei Dämmerung mit glühendem Metall. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

ArcelorMittal legt Zahlen vor, die auf den ersten Blick widersprüchlich wirken. Der Nettogewinn brach im zweiten Quartal deutlich ein, während EBITDA und Marge gleichzeitig kräftig zulegten. Der Grund liegt nicht im operativen Geschäft, sondern im Vorjahresvergleich.

Warum der Gewinn einbrach

Der Nettogewinn fiel auf 683 Millionen Dollar, nach 1,793 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Das Ergebnis je Aktie sank entsprechend auf 0,89 Dollar von zuvor 2,34 Dollar. Der Rückgang erklärt sich vor allem durch Sondereffekte aus dem Vorjahr, als der Konzern von der Übernahme des Nippon-Steel-Anteils am Gemeinschaftswerk AM/NS Calvert profitiert hatte.

Operativ zeigt sich ein anderes Bild. Das EBITDA kletterte auf 2,06 Milliarden Dollar, ein Plus von 23 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Der Umsatz stieg um 8,4 Prozent auf 16,76 Milliarden Dollar, getrieben von höheren Stahlpreisen und stärkeren Versandmengen. Die EBITDA-Marge kletterte auf 12,3 Prozent, nach 11,7 Prozent im Vorjahr.

Europa als Wachstumstreiber

Vorstandschef Aditya Mittal führt die Margenverbesserung auf die Erholung in Europa zurück. Die neuen Zollquoten (TRQ) und der CO2-Grenzausgleichsmechanismus CBAM sorgten für ein ausgeglicheneres Wettbewerbsumfeld. Der Effekt zeigt sich in den Zahlen: Das EBITDA je Tonne verbesserte sich in Europa sequenziell um 28 Dollar.

Für das dritte Quartal erwartet der Konzern stabile bis leicht steigende Versandmengen in Europa – entgegen dem saisonal üblichen Rückgang. Auch für das zweite Halbjahr rechnet ArcelorMittal mit höheren Volumina als in der ersten Jahreshälfte, über alle Segmente hinweg.

Kapitalrückgaben trotz höherer Nettoverschuldung

Der Konzern schüttete in der ersten Jahreshälfte 0,7 Milliarden Dollar an die Aktionäre aus, aufgeteilt in Dividenden und Aktienrückkäufe. Die Nettoverschuldung stieg moderat auf 9,5 Milliarden Dollar, während die Liquidität bei robusten 10,4 Milliarden Dollar liegt. Die Zahl der ausstehenden Aktien wurde seit September 2020 um 38 Prozent reduziert.

Die Investitionsplanung für 2026 bleibt bei 4,5 bis 5,0 Milliarden Dollar unverändert. Das Wachstumsprojektportfolio soll ab 2026 zusätzlich rund 1,8 Milliarden Dollar EBITDA-Potenzial beisteuern, wie der Konzern bekräftigte. Der Ausblick für den freien Cashflow bleibt ebenfalls bestehen.

Die Aktie reagierte am Berichtstag mit einem Rückgang um 2,17 Prozent auf 57,78 Euro. Der Markt scheint sich vorerst am schwächeren Nettogewinn zu orientieren, während die operative Verbesserung und der positive Ausblick für das zweite Halbjahr im Kurs noch nicht vollständig eingepreist wirken.

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