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Arm Aktie: Smartphones bremsen die Nutzungsgebühren

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 06:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Arm meldet kräftige Zuwächse bei Rechenzentren und Lizenzen, während stagnierende Telefonchip-Gebühren das Gesamtwachstum begrenzen.
Moderne Rechenzentrum-Infrastruktur mit blau beleuchteten Serverracks als Symbol für technologische Leistungsfähigkeit. Illustration mit AI erstellt.

Arm-Chef Rene Haas hält die Sorgen vor einem gebremsten Rechenzentrumsausbau für kurzfristig. Für Anleger liegt die entscheidende Spannung im Geschäft selbst: Die Rechenzentrumserlöse wachsen rasant, während das Smartphone-Geschäft die Entwicklung der gesamten Nutzungsgebühren bremst.

Haas verteidigt die Nachfrageperspektive

Hintergrund sind Befürchtungen nach den US-Zwischenwahlen vom Dienstag. Ein demokratischer Wahlsieg und mögliche neue Vorschriften für Rechenzentren hatten Sorgen vor einem Ausbaustopp ausgelöst. Am Donnerstag gerieten Technologieaktien deutlich unter Druck, bevor sich der Markt gestern teilweise erholte.

Haas setzte diesen Bedenken die weltweite Nachfrage nach Rechenzentrumskapazität entgegen. Seine Einschätzung spricht für Arms Wachstumsperspektive, sofern die Kunden ihre Ausbaupläne trotz regulatorischer Unsicherheit umsetzen.

Operativ liefert das Geschäft bereits Rückenwind. Die Nutzungsgebühren aus Rechenzentren verdoppelten sich im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 gegenüber dem Vorjahr. Haas erwartet hier für mehrere Jahre dreistellige Wachstumsraten.

Für Arm wird damit entscheidend, wie schnell dieser Bereich das schwächere Geschäft mit Telefonchips ausgleichen kann. Die Dynamik innerhalb der Nutzungsgebühren fällt bislang sehr unterschiedlich aus.

Smartphones bremsen das Gesamtwachstum

Insgesamt stiegen die Nutzungsgebühren im Septemberquartal um 8% auf 670 Mio. US-Dollar. Damit blieb Arm unter der Managementprognose von rund 13%.

Finanzchef Jason Child führte die Belastung unter anderem auf höhere Speicherpreise bei günstigen Smartphones zurück. Die Nutzungsgebühren aus Telefon- und anderen Gerätechips blieben ungefähr unverändert. Der starke Zuwachs bei Rechenzentren traf damit auf ein stagnierendes wichtiges Absatzfeld.

Wie bedeutend diese Schwäche ist, zeigt der Geschäftsmix: Smartphones machten im Geschäftsjahr 2026 rund 43% der Nutzungsgebühren aus. Für das Dezemberquartal erwartet Arm bei den gesamten Nutzungsgebühren lediglich ein Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Die am Mittwoch veröffentlichten Ergebnisse zeigen zugleich Stärke im Lizenzgeschäft. Neue Lizenzerlöse und laufende Nutzungsgebühren entwickeln sich damit in unterschiedlichem Tempo.

Die Lizenz- und sonstigen Erlöse legten um 50% auf 773 Mio. US-Dollar zu.

Eigene Prozessoren als nächster Wachstumstreiber

Neben den laufenden Nutzungsgebühren setzt Arm auf eigene AGI-Prozessoren. Mehrere Kunden haben bereits bestellt. Die geplanten Lieferungen geben Anlegern einen konkreten Prüfstein dafür, ob aus diesen Bestellungen zusätzliche Umsätze entstehen.

Über die Geschäftsjahre 2027 und 2028 erwartet Arm mit den AGI-Prozessoren zusammen bis zu 2 Mrd. US-Dollar Umsatz.

Die ersten kommerziellen Lieferungen sind für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2027 geplant. Oracle Cloud Infrastructure plant darauf basierende Angebote im Jahr 2027.

Für Arm sprechen das starke Lizenzgeschäft und die steigenden Rechenzentrumserlöse, sofern daraus dauerhaft höhere Nutzungsgebühren und die erwarteten Prozessorumsätze entstehen. Kurzfristig begrenzt die Smartphone-Schwäche den Schwung, solange dieses Geschäft stagniert. Entscheidend sind deshalb die angekündigten Lieferungen und eine breitere Beschleunigung der Nutzungsgebühren.

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