Aroundtown Aktie: LEG-Anteil soll FFO um 15 Prozent heben
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 02:58 Uhr | Redaktion boerse-global.deAroundtown verbindet mit dem LEG-Investment seiner Tochter Grand City Properties höhere laufende ErtrÀge und einen möglichen einmaligen Buchgewinn. Am Dienstag teilte das Unternehmen mit, dass die Tochter 20,04% an LEG Immobilien hÀlt. Auf anteiliger Basis erwartet Aroundtown daraus einen Zuwachs beim FFO I von rund 15%.
FĂŒr Anleger sind diese beiden möglichen Ergebniseffekte getrennt zu betrachten: Der erwartete Beitrag zum FFO I betrifft die laufende Ertragskennzahl. Ein möglicher IFRS-Gewinn wĂ€re dagegen einmalig und nicht zahlungswirksam. Beides steht zudem unter dem Vorbehalt der Unternehmensdarstellung und ist nicht als bereits erzieltes Ergebnis zu verstehen.
Beteiligung mit mehreren Optionen
Grand City Properties betrachtet den Einstieg als Finanzinvestment. AbhĂ€ngig von den Marktbedingungen könnte die Tochter ihren Anteil auf 29,9% erhöhen, ihn aber auch reduzieren oder vollstĂ€ndig verkaufen. Eine weitere Aufstockung ist damit eine Option und keine beschlossene MaĂnahme.
Diese FlexibilitĂ€t gehört zur Einordnung der Transaktion. Aus der bestehenden Beteiligung lĂ€sst sich weder eine dauerhafte Bindung in unverĂ€nderter Höhe noch ein festgelegter nĂ€chster Erwerbsschritt ableiten. Aroundtown hĂ€lt sich ĂŒber seine Tochter ausdrĂŒcklich unterschiedliche Wege offen.
FĂŒr den möglichen einmaligen IFRS-Gewinn verweist Aroundtown auf einen zurechenbaren Buchwert von rund 1,8 Milliarden Euro. Dieser beruht auf den von LEG fĂŒr Juni 2026 berichteten Angaben.
Der Buchwert ist dabei nicht mit einem Zahlungsmittelzufluss gleichzusetzen. Die mögliche Ergebniswirkung wĂ€re nach Unternehmensangaben gerade nicht zahlungswirksam. FĂŒr die operative Einordnung ist deshalb der erwartete FFO-Beitrag von dem bilanziellen Sondereffekt zu unterscheiden.
Mehr Gewicht fĂŒr Wohnimmobilien
Nach Darstellung von Aroundtown wĂŒrde das LEG-Investment den Wohnimmobilienanteil am Portfolio auf 42% bringen. EinschlieĂlich Hotels kĂ€me das Segment Wohnen und Beherbergung auf nahezu 60%, nach zuvor 53%.
Die Beteiligung verĂ€ndert damit nicht nur die erwarteten ErtrĂ€ge, sondern auch die Portfoliogewichtung. Ăber LEG erhĂ€lt Aroundtown zusĂ€tzliches Engagement in Wohnimmobilien. Die angekĂŒndigte Verschiebung ist deshalb ein wesentlicher Teil der wirtschaftlichen Bedeutung des Investments.
Analysten verweisen auf andere Risiken
Dem erwarteten Ertragsbeitrag stehen die jĂŒngsten Warnungen vor Bewertungs- und Finanzierungslasten gegenĂŒber. Jefferies senkte am 14. Oktober das Kursziel von 1,65 Euro auf 1,30 Euro. Als Grund nannte das Haus das Risiko weiterer Immobilienabwertungen bei lĂ€nger hohen Zinsen.
Diese Sorge betrifft eine andere Ebene als der mögliche Buchgewinn aus der LEG-Beteiligung. Ein positiver bilanzieller Einmaleffekt beseitigt das von den Analysten beschriebene Bewertungsrisiko nicht automatisch.
Goldman Sachs hatte Aroundtown am 12. Oktober von âNeutralâ auf âVerkaufenâ herabgestuft. Das Kursziel sank von 1,80 Euro auf 1,30 Euro. Die BegrĂŒndung verwies auf höhere Refinanzierungskosten und Finanzierungsrisiken.
FĂŒr Anleger liegt der Kern der AbwĂ€gung damit zwischen zusĂ€tzlichem erwartetem Ertrag und fortbestehenden Risiken. Das LEG-Investment bietet nach Aroundtowns Darstellung einen konkreten FFO-Hebel. Es ist aber weder eine zugesagte weitere Aufstockung noch eine EntkrĂ€ftung der EinwĂ€nde zur Finanzierung und Immobilienbewertung.
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