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Asahi Kasei Aktie: Herpes-Zulassung

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 05:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Zulassung basiert auf einer Phase-3-Studie; der US-Start ist vor Ende 2026 vorgesehen.

Asahi Kasei: FDA genehmigt Hovilpri gegen resistente Herpesinfektionen
Abstrakte Darstellung von pharmazeutischer Forschung und medizinischem Fortschritt in einem modernen Labor. Illustration mit AI erstellt.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Hovilpri zugelassen, den Wirkstoff Pritelivir von Asahi Kasei Therapeutics. Das Mittel richtet sich an Erwachsene mit geschwächtem Immunsystem, deren Herpes-simplex-Infektionen auf Standardtherapien nicht mehr ansprechen. Es ist ein erster greifbarer Erfolg der Pharma-Strategie des japanischen Konzerns.

Neuer Wirkmechanismus nach fast 30 Jahren

Hovilpri ist ein Helicase-Primase-Hemmer. Er blockiert Proteine, die das Virus zum Kopieren seines Erbguts braucht. Ältere Mittel wie Aciclovir, Valaciclovir oder Famciclovir müssen dagegen zunächst durch ein virales Enzym aktiviert werden.

Mutationen an dieser Stelle führen zu Resistenzen. Pritelivir umgeht das Problem. Laut Unternehmen ist es die erste HSV-Therapie mit neuartigem Wirkmechanismus seit rund drei Jahrzehnten. Die Tablette bietet zudem eine orale Alternative zu intravenösen Optionen.

Entwickelt hat den Wirkstoff das deutsche Unternehmen AiCuris, das Asahi Kasei im April übernommen hat. Das Mittel erhielt von der FDA den Status "Breakthrough Therapy" und ein Priority Review.

Die Studiendaten

Die Zulassung stützt sich auf die Phase-3-Studie PRIOH-1 mit 101 Patienten. Nach 28 Tagen waren die Läsionen bei 63 Prozent der Pritelivir-Patienten vollständig abgeheilt. In der Vergleichsgruppe, die nach Wahl des Arztes behandelt wurde, waren es 34 Prozent. Die Vergleichstherapie bestand vor allem aus intravenösem Foscarnet, ergänzt um Cidofovir und Imiquimod.

Auch bei der Verträglichkeit schnitt das neue Mittel besser ab. Nebenwirkungen traten bei 22 Prozent der Hovilpri-Patienten auf, in der Vergleichsgruppe bei 54 Prozent. Wegen Nebenwirkungen brachen nur 2 Prozent die Behandlung ab, bei der Vergleichstherapie waren es 20 Prozent. Häufigste Beschwerde war Kopfschmerz.

Marktpotenzial und Kurs

Asahi Kasei hatte zuvor rund 15.000 infrage kommende Patienten in den USA veranschlagt. Der Spitzenumsatz soll bei mehr als 400 Millionen Dollar pro Jahr liegen, erwartet für die mittleren bis späten 2030er-Jahre. Für einen Konzern dieser Größe ist das ein überschaubarer, aber strategisch wichtiger Baustein im Gesundheitsgeschäft.

An der Börse in Tokio hatte die Aktie am Freitag 3,94 Prozent auf 1.585,50 Yen verloren. Die Zulassung kam erst nach Handelsschluss, die Reaktion steht also noch aus. Die Markteinführung in den USA plant das Unternehmen vor Ende 2026. Dann zeigt sich, wie schnell Hovilpri in die Behandlungspraxis findet.

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