Aspen Aktie: EBITDA erstmals positiv im Q3 erwartet
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 05:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Spezialist für Hochleistungs-Aerogele Aspen Aerogels hat mit seinen Ergebnissen für das zweite Quartal 2026 die Erwartungen übertroffen und steuert nun auf die Profitabilität zu. Das Unternehmen verzeichnete einen deutlichen Umsatzsprung und blickt optimistisch auf die zweite Jahreshälfte, gestützt durch den Wiederanlauf einer zentralen Produktionsstätte und neue Kundenabschlüsse im Bereich der Elektromobilität.
Deutliches Umsatzplus und neue Großkunden
Im zweiten Quartal 2026 erwirtschaftete Aspen Aerogels einen Umsatz von 49,8 Millionen US-Dollar, was einer Steigerung von 32 Prozent gegenüber dem ersten Quartal entspricht.
Zwar wies das Unternehmen nach GAAP-Standard noch einen Nettoverlust von 23,3 Millionen US-Dollar aus, doch das bereinigte EBITDA verbesserte sich deutlich von minus 12,7 Millionen US-Dollar im Vorquartal auf nun minus 6,6 Millionen US-Dollar.
In diesem Ergebnis sind bereits Kosten in Höhe von 5,3 Millionen US-Dollar enthalten, die im Zusammenhang mit einem Vorfall in der Anlage East Providence standen.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit thermischen Barrieren für Elektrofahrzeug-Batterien. Mit Jaguar Land Rover konnte Aspen den siebten europäischen Erstausrüster (OEM) als Kunden gewinnen, der künftig auf die PyroThin-Technologie des Unternehmens setzt.
Aufgrund dieser positiven Entwicklung hob das Management die Umsatzprognose für das europäische Thermal-Barrier-Segment im Gesamtjahr 2026 massiv an: Statt der bisher erwarteten 10 bis 15 Millionen US-Dollar geht Aspen nun von Erlösen zwischen 20 und 30 Millionen US-Dollar in dieser Region aus. Das langfristige Ziel für Europa liegt für das Jahr 2027 bei 40 bis 60 Millionen US-Dollar.
Produktionshochlauf in East Providence stützt Prognose
Ein wesentlicher Faktor für die künftige Lieferfähigkeit ist der Wiederanlauf der Anlage in East Providence. Die Produktion wurde dort am 14. Mai wieder aufgenommen. Das Unternehmen plant, die volle Kapazität der Fabrik bis zur ersten Jahreshälfte 2027 zu erreichen. Trotz kalkulierter Folgekosten des Vorfalls in Höhe von 5 bis 10 Millionen US-Dollar im kommenden Quartal bleibt der Ausblick für den Rest des Jahres positiv.
Für das dritte Quartal 2026 prognostiziert Aspen Aerogels einen Umsatz zwischen 65 und 80 Millionen US-Dollar. Besonders bemerkenswert ist die Erwartung beim bereinigten EBITDA, das mit 7 bis 15 Millionen US-Dollar erstmals im positiven Bereich liegen soll.
Der Bereich Energie und Industrie soll dazu maßgeblich beitragen; hier wird für das dritte Quartal ein Umsatz von rund 40 Millionen US-Dollar erwartet, was einer Verdopplung gegenüber dem zweiten Quartal entspräche. Die liquiden Mittel des Unternehmens beliefen sich zum Ende des Berichtsquartals auf 153,4 Millionen US-Dollar.
Analysten reagieren mit Kurszielerhöhungen
Die Finanzmärkte reagierten gestern mit deutlichen Kursaufschlägen auf die vorgelegten Zahlen und den verbesserten Ausblick. Analysten hoben hervor, dass die Visibilität der einzelnen Geschäftssegmente nach dem Bericht deutlich zugenommen habe.
Das Haus B. Riley erhöhte das Kursziel für die Aktie von 7 auf 9 US-Dollar und bekräftigte seine Kaufempfehlung. Auch die Experten von Barclays passten ihre Einschätzung an und hoben das Kursziel um einen US-Dollar an, wenngleich sie das Papier weiterhin mit „Underweight“ einstufen.
Medienberichten zufolge wurde die Fair-Value-Schätzung für den Wert aufgrund der angehobenen Wachstumserwartungen von 6,35 auf 7,55 US-Dollar nach oben korrigiert. Die Analysten gehen nun von einer durchschnittlichen Umsatzwachstumsrate von fast 30 Prozent aus, nachdem zuvor lediglich knapp 18 Prozent unterstellt worden waren.
Neben der Elektromobilität werden auch neue Anwendungsfelder in Rechenzentren und beim Ausbau von Energienetzen als künftige Wachstumstreiber für die Aerogel-Materialien identifiziert.
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