AST SpaceMobile Aktie: Sammelklage in Texas eingereicht
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 06:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gegen AST SpaceMobile und einzelne Führungskräfte ist am Donnerstag eine Wertpapiersammelklage vor dem US-Bezirksgericht für den westlichen Bezirk von Texas eingereicht worden. Der Vorwurf lautet auf Verstöße gegen das US-Wertpapierrecht im Zeitraum vom 4. März 2025 bis zum 15. Juli 2026. Für das Raumfahrtunternehmen bedeutet die Klage eine zusätzliche juristische Belastung in einer ohnehin anspruchsvollen Phase des Netzausbaus.
Satellitentransport und Skepsis am Markt
Operativ meldete das Unternehmen kurz nach Einreichung der Klage Fortschritte bei der Hardware. Am Freitag wurden die Satelliten BlueBirds 14, 15 und 16 aus der texanischen Produktionsstätte nach Cape Canaveral transportiert. Ein konkretes Startdatum gab AST SpaceMobile dabei allerdings nicht bekannt.
Am selben Tag reagierte die Analystenseite mit Zurückhaltung auf die Gesamtsituation. B. Riley Securities stufte die Aktie am Freitag von „Buy“ auf „Neutral“ ab und senkte das Kursziel von $85 auf $65. Das Analysehaus begründete diesen Schritt mit dem zunehmenden Wettbewerb, Verzögerungen beim Start sowie potenziell höheren Kosten für den Aufbau der Satellitenkonstellation.
Zugleich steht der Satellitenbetreiber im Wettbewerb um regulatorischen Spielraum. Vor gut einer Woche beantragte AST SpaceMobile eine FCC-Genehmigung, seither verlor der Kurs 2,8 Prozent. Bei einem Treffen mit FCC-Chef Brendan Carr setzte sich AST-SpaceMobile-CEO Abel Avellan für die Prüfung des unteren 6-GHz-Spektrums für direkte Dienste zu Endgeräten sowie für eine Versteigerung des Frequenzbereichs 1675 bis 1695 MHz ein.
Vergütungsregeln und personelle Absicherung
Im Vorfeld der jüngsten Entwicklungen regelte das Unternehmen interne Vergütungsstrukturen neu. Am 25. September beschloss der Vergütungsausschuss eine Abfindungsrichtlinie bei Kontrollwechseln, die den CEO, den Präsidenten sowie Executive Vice Presidents und Senior Vice Presidents umfasst. Voraussetzung für Zahlungen sind sowohl ein Kontrollwechsel als auch eine anspruchsberechtigte Kündigung oder ein entsprechender Rücktritt.
Zudem erhielt Wayne Thorsen, Executive Vice President und Chief Commercial Officer, am 28. September eine Zuteilung von 200.000 Restricted Stock Units, die zu jeweils einem Drittel an den ersten drei Stichtagen bei fortgesetzter Tätigkeit fällig werden.
Gestern schloss das Papier im Handel bei 52,20 Euro. Seit dem Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 16 Prozent, was die anhaltende Skepsis der Marktteilnehmer widerspiegelt. Die kommenden Monate dürften nun von der juristischen Aufarbeitung der Klagevorwürfe und der Festlegung eines verbindlichen Zeitplans für die nach Cape Canaveral gelieferten Satelliten geprägt sein.
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