Aurubis Aktie: GP Günter Papenburg steigt auf 5,01 Prozent
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 03:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aurubis erlebt derzeit eine Konsolidierung im Aktionärskreis, während das operative Geschäft zwischen deutlichen Gewinnsteigerungen und Verzögerungen bei US-Großprojekten schwankt. Vor zwei Wochen erhöhte die GP Günter Papenburg AG ihren Stimmrechtsanteil an dem Hamburger Kupferkonzern auf 5,01 Prozent. Damit kontrolliert das Unternehmen nun rund 2,25 Millionen Aktien, was einem Gegenwert von etwa 383 Millionen Euro entspricht.
Durch diesen Schritt verfestigt sich eine neue Machtverteilung. Da die Rossmann Beteiligungs GmbH bereits einen direkten Anteil von rund 15 Prozent hält, vereinen die beiden in Hannover verwurzelten Investoren nun etwa 20 Prozent der Anteile auf sich.
Größter Einzelaktionär bleibt weiterhin die Salzgitter AG mit einer Beteiligung von rund 30 Prozent. Diese Stabilisierung der Eigentümerstruktur erfolgt in einer Phase, in der das Unternehmen strategisch wichtige Weichen stellt, aber auch mit operativen Hindernissen kämpft.
Starke Marktpreise treiben das Ergebnis nach oben
Die finanzielle Lage des Konzerns präsentierte sich zuletzt robust. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 stieg das operative Vorsteuerergebnis (EBT) um 31 Prozent auf 374 Millionen Euro. Allein im dritten Quartal, das den Zeitraum von April bis Juni umfasst, erzielte Aurubis ein EBT von 149 Millionen Euro. Dies markiert eine kontinuierliche Steigerung gegenüber den ersten beiden Quartalen des laufenden Geschäftsjahres.
Haupttreiber dieser Entwicklung waren signifikant gestiegene Preise am Kupfermarkt sowie außergewöhnlich hohe Erlöse im Schwefelsäure-Geschäft. Medienberichten zufolge kletterten die Schwefelsäure-Spotpreise in Nordwesteuropa bis Juni auf über 750 Prozent des Niveaus vom Herbst 2023. Ursächlich hierfür waren Engpässe durch Schifffahrtsbeschränkungen im Mittleren Osten und Exportverbote aus China.
Parallel dazu erreichten die Kupferpreise rund 160 Prozent ihrer Basislinie aus dem September 2023. In der Folge hob Aurubis die Prognose für das Gesamtjahr an und erwartet nun ein operatives EBT am oberen Ende der Spanne von 425 bis 525 Millionen Euro.
Verzögerungen beim US-Leuchtturmprojekt Richmond
Überschattet wurde die positive Ergebnisentwicklung vor knapp drei Wochen jedoch von Nachrichten über das Recyclingwerk Aurubis Richmond in den USA. Die dortige Hochlaufphase verzögert sich pro Phase um jeweils rund sechs Monate. Der Abschluss der ersten Phase ist nun für das Geschäftsjahr 2026/27 geplant, während die zweite Phase erst 2027/28 abgeschlossen sein soll.
Medienberichten zufolge entsprechen zudem die Qualität und die Mengen des verfügbaren Recyclingmaterials vor Ort bislang nicht den ursprünglichen Planungen.
Zwar wird nach dem vollständigen Hochlauf weiterhin ein EBITDA-Beitrag im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich erwartet, doch die ursprünglichen Zielvorgaben gelten vorerst als gedämpft. Im Gegensatz dazu konnte das Projekt "Complex Recycling Hamburg" im Juli erfolgreich in Betrieb genommen werden.
Mit einer Investitionssumme von 190 Millionen Euro sollen dort künftig jährlich rund 30.000 Tonnen zusätzliches Recyclingmaterial verarbeitet werden. Parallel dazu nähert sich die Expansion in Bulgarien der Fertigstellung, wodurch die Kapazität für raffiniertes Kupfer um 50 Prozent steigen soll.
Einschätzung der Analysten und Marktlage
Das Analysehaus Warburg Research bewertete die Situation am 10. August weiterhin positiv. Die Experten bestätigten ihre Kaufempfehlung für die Aktie und setzten das Kursziel bei 211 Euro fest. Die Analysten gewichten dabei die strategische Expansion und die starken Marktbedingungen höher als die zeitlichen Verschiebungen in den USA.
An der Börse zeigen sich die Anleger dennoch zurückhaltend, nachdem die Richmond-Verzögerungen für kurzzeitigen Druck gesorgt hatten. Der Schlusskurs lag gestern bei 175,20 Euro. Damit notiert das Papier derzeit etwa 22 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Anfang Juni bei 224,00 Euro markiert wurde.
Trotz der operativen Herausforderungen in den USA blicken Aktionäre der ersten Stunde auf ein erfolgreiches Jahr zurück: Seit Jahresbeginn hat der Wert um 42 Prozent zugelegt.
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