Bachem: Umsatzwachstum auf 35-40 Prozent präzisiert
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 10:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bachem Holding stellt nach einem durchwachsenen ersten Halbjahr die Weichen für ein beschleunigtes Wachstum in der zweiten Jahreshälfte. Während Investitionen in neue Kapazitäten und Währungseffekte das operative Ergebnis in den ersten sechs Monaten belasteten, setzt der Schweizer Peptid-Spezialist auf die neu angelaufene Produktion in Bubendorf. Das Unternehmen konkretisierte im Zuge der Bilanzvorlage seine Ziele für das Gesamtjahr und signalisiert Zuversicht für die kommenden Monate.
Umsatzplus trifft auf Margendruck
In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres steigerte Bachem den Konzernumsatz auf 326,4 Millionen CHF. Dies entspricht einem Zuwachs von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In Lokalwährungen gerechnet fiel das Plus mit 7,3 Prozent deutlicher aus. Weniger dynamisch entwickelte sich hingegen die Ertragslage: Das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank um 9,0 Prozent auf 82,8 Millionen CHF. Die entsprechende Marge ging von 29,1 Prozent im Vorjahr auf 25,4 Prozent zurück.
Das Unternehmen führt die Entwicklung unter anderem auf planmäßige Aufwendungen für den Kapazitätsausbau zurück. Für das Gesamtjahr 2026 zeigt sich das Management jedoch optimistisch und präzisierte die Prognose für das Umsatzwachstum auf eine Spanne zwischen 35 Prozent und 40 Prozent in Lokalwährungen. Zuvor lag der Korridor bei 35 bis 45 Prozent. Die EBITDA-Marge soll weiterhin einen Wert im niedrigen 30-Prozent-Bereich erreichen.
Ausbau der Produktionskapazitäten in Bubendorf
Ein zentraler Pfeiler für die erwartete Wachstumsbeschleunigung ist die Inbetriebnahme des neuen „Gebäude K“ am Standort Bubendorf. Bachem meldete den erfolgreichen Start der kommerziellen GMP-Produktion in dieser Anlage, die als bisher größte Einrichtung des Unternehmens für die Hochvolumen-Fertigung von Peptiden und Oligonukleotiden gilt. Erste nennenswerte Umsatzbeiträge aus diesem Werk werden für das zweite Halbjahr erwartet.
Parallel dazu treibt das Unternehmen seine langfristige Expansionsstrategie voran. Medienberichten zufolge sind bereits Pläne für eine weitere Großmengen-Produktionsanlage im Sisslerfeld angelaufen, um die steigende Nachfrage nach Peptid-Wirkstoffen langfristig zu bedienen. Flankiert wird die operative Expansion durch eine personelle Neuausrichtung in der Führungsebene: Boris Corpataux wurde zum neuen Chief Commercial Officer (CCO) ernannt und übernimmt damit den Posten von Torsten Wöhr, der das Unternehmen verlassen hat.
Analysten heben den Daumen
Die Reaktion am Aktienmarkt auf die jüngsten Entwicklungen und die Bestätigung der Margenziele fällt moderat positiv aus. Das Papier notiert heute bei 80,25 € und verzeichnet damit ein Plus von 0,82 Prozent. Mit diesem Kursniveau bewegt sich der Titel etwa 2,86 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt, was auf eine kurzfristige Stabilisierung hindeutet.
Analysten bewerten die Visibilität für die zweite Jahreshälfte überwiegend positiv. Fynn Scherzler von der Deutschen Bank hob am Freitag das Kursziel für die Aktie von 75 CHF auf 80 CHF an und bestätigte die Einstufung auf „Buy“. Er begründete diesen Schritt mit der verbesserten Vorhersehbarkeit der Geschäftsentwicklung nach den Halbjahreszahlen. Demgegenüber steht die skeptischere Haltung des Analysehauses Jefferies, das Ende Juli kurz vor der Zahlenvorlage an seiner Verkaufsempfehlung für den Wert festhielt. Zur Finanzierung der weiteren Wachstumsinitiativen hatte sich Bachem bereits im April eine neue revolvierende Kreditfazilität über 500 Millionen CHF gesichert.
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