Erlesene KlĂ€nge â Erhörte Leinwand
13.11.2023 - 07:25:00Regisseur Fridolin Schönwiese betont: "Es ist eine Besonderheit, Menschen, die mit BeeintrĂ€chtigung leben, ĂŒber mehrere Jahre hinweg mit der Kamera begleiten zu dĂŒrfen. Da entstehen Bindungen und es schĂ€rft den eigenen Blick dafĂŒr, welche groĂe Bedeutung meine Protagonisten ihrer selbstbestimmten LebensfĂŒhrung beimessen. Im Alltag steht oder fĂ€llt Selbstbestimmung oft mit dem Vorhandensein von Barrierefreiheit. Barrierefreiheit ist das Leitmotiv des Films selbst. 'It works' - 'es gelingt' das Leben, wenn keine Barrieren mehr vorhanden sind. Und da das Filmemachen nicht mit einem Film endet, sondern erst mit seiner barrierefreien Wiedergabe in einem Kinosaal, ist es die schönste Abrundung dieser Langzeitdokumentation auch Menschen, die mit Hör- oder SehbeeintrĂ€chtigungen leben, mit eigenen adaptierten Filmfassungen inklusiv in einem Kino willkommen heiĂen zu können."
Inklusion bedeutet Bilder und Töne barrierefrei zu machen und so aufzubereiten, dass sie mit den zur VerfĂŒgung stehenden Sinnen erfahren werden können. Menschen, die mit HörbeeintrĂ€chtigungen leben, er-lesen sich den Film mit einer SDH-Untertitelung direkt auf der groĂen Kinoleinwand und eine volle visuelle Konzentration auf das Bildgeschehen ist möglich. Menschen, die mit SehbeeintrĂ€chtigungen leben, haben ein feinsinniges Gehör und der rĂ€umliche Klang des Filmes im Kinosaal, gepaart mit einer Audiodeskription, die das Publikum aus den Seitenlautsprechern des Saales erreicht, bewirkt das intensive Er-hören von Bildern im Kopf.
"Gute Ohren hören und gute Augen sehen nicht alles â ein wahrhaftes Leadership-Prinzip: it works", meint Erwin Rauscher, Rektor der PĂ€dagogischen Hochschule Niederösterreich. "Und gerade jene*r, der*die nichts zu hören oder zu sehen bekommt, hat viel zu sagen. Leben, von FĂŒrsorge begleitet, wird selbst Botschaft. GebĂ€rdensprache, HörgerĂ€t, Spezialbrille sind Medien, doch ,behindert ist, wer nicht lieben kann'. Sorgekultur geht â als Widerspruch von Ent-Sorgen weiter ĂŒber Ver-Sorgung hinaus. Unsere Augen fĂŒhren uns Menschen in die Welt hinaus. Unsere Ohren fĂŒhren die Welt in uns Menschen hinein. Wer schlecht sieht, wer schlecht hört, sieht oder hört nicht weniger, vielmehr das Eigentliche noch dazu."
Das Projekt des "Er-lesenen und er-hörten Kinos" entstand mit UnterstĂŒtzung der PĂ€dagogischen Hochschule Niederösterreich sowie mit einer Basisförderung des Zukunftsfonds der Republik Ăsterreich und des Kulturamts der Stadt Wien. Kinobetreiber können ab sofort die barrierefreien Fassungen ĂŒber Filmdelights ins Programm aufnehmen. Den Auftakt bilden die von der PĂ€dagogischen Hochschule Niederösterreich ( https://www.ph-noe.ac.at/de/ ) organisierten Premieren am 9.11.2023 in Baden bei Wien sowie am 13.11.2023 in St. Pölten â jeweils im Cinema Paradiso.
Link: it works ( https://www.ph-noe.ac.at/fileadmin/root_phnoe/Startseite/Termine/it-works-barrierefrei_fin.pdf )
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Aussender: PÀdagogische Hochschule Niederösterreich Ansprechpartner: Paul Horntrich E-Mail: presse@ph-noe.ac.at Website: www.ph-noe.ac.at/de/


