Banca Monte Dei Paschi Siena Aktie: Aktionäre verwerfen Lovaglios Abwehrplan
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 07:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Aktionäre von Banca Monte dei Paschi di Siena haben gestern den Abwehrplan von CEO Luigi Lovaglio abgelehnt. Damit fällt eine Hürde für das Übernahmeangebot von Intesa Sanpaolo weg. Nach Reuters geht es um eine Übernahme im Umfang von 33 Milliarden Euro. Ein Abschluss ist damit allerdings nicht gesichert: Das Angebot steht weiterhin unter seinen verbleibenden Bedingungen.
Deutliche Mehrheiten gegen die Vorhaben
Die geplante Fusion mit Mediobanca erhielt keine Zustimmung. Gegen das Vorhaben stimmten 63,65 Prozent, dafür votierten 32,91 Prozent. Damit fehlt einem zentralen Bestandteil von Lovaglios Gegenstrategie die Unterstützung der Anteilseigner.
Die Ablehnung beschränkt sich nicht auf diesen Zusammenschluss. Auch die vorgeschlagenen Aktientauschangebote für Banco BPM und Banca Generali scheiterten. MPS kann damit keines dieser Vorhaben auf die Zustimmung der gestrigen Versammlung stützen.
Besonders deutlich fiel das Votum zum Angebot für Banco BPM aus: 91,1 Prozent der abgegebenen Stimmen richteten sich dagegen. Die Aktionäre verwarfen außerdem die Kapitalherabsetzung, die mit einer geplanten Sonderausschüttung verbunden war.
Auch der vorgeschlagene Aktienrückkauf und Änderungen am Vergütungssystem fanden keine Mehrheit. Zustimmung gab es dagegen für die Berufungen von Gianluca Brancadoro und Alessandro Caltagirone in den Verwaltungsrat. Die Versammlung unterschied somit zwischen den strategischen Vorhaben und den Personalentscheidungen.
Intesa meldet regulatorischen Fortschritt
Parallel zur Niederlage des Abwehrplans hat Intesa Sanpaolo eine regulatorische Voraussetzung für die Übernahme erfüllt. Am Mittwoch teilte das Unternehmen mit, sämtliche erforderlichen vorherigen sektoraufsichtlichen Genehmigungen für den Kontrollerwerb über MPS erhalten zu haben.
Bereits am Dienstag hatte Intesa die vorherige Genehmigung der Europäischen Zentralbank für den Kontrollerwerb über MPS und bestimmte Tochtergesellschaften gemeldet. Für weitere Tochtergesellschaften lag nach Unternehmensangaben zudem die vorherige Genehmigung der Bank of Italy vor.
Für Anleger sind beide Entwicklungen getrennt zu betrachten. Die Aktionärsentscheidung nimmt Lovaglios Abwehrmaßnahmen die Zustimmung; die aufsichtsrechtlichen Freigaben erfüllen eine Bedingung des Intesa-Angebots. Weder das eine noch das andere bedeutet bereits den Vollzug der Übernahme.
Übernahmebedingungen rücken in den Mittelpunkt
Nach dem Scheitern der Gegenstrategie konzentriert sich die weitere Entwicklung auf Intesas Angebot und dessen verbleibende Bedingungen. Die geplanten Zukäufe und die Mediobanca-Fusion haben bei den Aktionären keine Mehrheit gefunden. Damit ist die strategische Alternative, über die gestern abgestimmt wurde, zurückgewiesen – während Intesa bei den regulatorischen Voraussetzungen vorangekommen ist.
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