Banca Monte Dei Paschi Siena Aktie: Lovaglio sondiert Zusammenarbeit mit Generali
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 21:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit einem direkten Vorstoß beim italienischen Versicherungskonzern Generali versucht Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS), den Handlungsspielraum im laufenden Übernahmekampf zu erweitern.
Vorstandschef Luigi Lovaglio wandte sich am 28. September mit einem Schreiben an das Führungsgremium von Generali, um Möglichkeiten einer industriellen Zusammenarbeit auszuloten. Die Aktie des toskanischen Geldhauses geriet heute dennoch unter Druck und verlor 3,6 Prozent auf 11,34 Euro.
Ausloten neuer Vertriebsachsen
Das Schreiben an die Führung von Generali stellt nach Unternehmensangaben weder ein verbindliches Angebot noch eine formelle Verhandlungsverpflichtung dar. Vielmehr geht es um gemeinsame Initiativen in Kerngeschäftsfeldern: Genannt werden Kooperationen in der Bancassurance, im Vertrieb, im Asset Management sowie im Wealth Management und bei Dienstleistungen für Firmenkunden.
Strategisch gewinnt der Vorstoß zusätzliche Brisanz, da das bestehende Vertriebsabkommen zwischen Monte dei Paschi und dem französischen Versicherer AXA im Jahr 2027 ausläuft. Allerdings unterliegt MPS regulatorischen Beschränkungen durch die sogenannte Passivity Rule, die eigenmächtige Abwehrmaßnahmen während eines laufenden Übernahmeangebots einschränkt.
Generali selbst treibt derweil interne Umstrukturierungen voran und hat die Fusion von Alleanza Assicurazioni in Generali Italia beschlossen, die im ersten Halbjahr 2027 vollzogen werden soll. Medienberichten zufolge zieht MPS zudem in Erwägung, den von Mediobanca gehaltenen Anteil von 13,3 Prozent an Generali zu erwerben, falls die eigenen Pläne am Markt scheitern sollten.
Unsichere Mehrheiten vor der Hauptversammlung
Die Sondierungsgespräche fallen in eine entscheidende Phase für das Institut. Vor rund zwei Wochen bekräftigte Monte dei Paschi die eigenen Übernahmepläne im Bankensektor, seither verlor das Papier 2,2 Prozent an Wert.
Am 29. Oktober 2026 steht eine richtungsweisende Aktionärsversammlung an, bei der über die geplanten Tauschangebote für Banco BPM und Banca Generali abgestimmt werden soll. Für diesen Schritt benötigt die Führung eine Mehrheit von 67 Prozent der Stimmen.
Lovaglio betonte gegenüber Bloomberg TV, dass das anstehende Aktionärstreffen kein direktes Referendum über die konkurrierende Offerte von Intesa Sanpaolo darstelle. Vielmehr solle eine glaubwürdige Alternative geschaffen werden, um den Wettbewerbsdruck hochzuhalten.
Gleichzeitig warnte der CEO vor einer Zerschlagung der Traditionsbank im Falle einer Übernahme durch Intesa und verwies auf 4 Milliarden Euro an Sonderdividenden, die das Institut ausgeschüttet habe. Für eventuelle kartellrechtliche Auflagen bei Filialverkäufen brachte Lovaglio UniCredit ins Gespräch.
Die Unterstützung der Kernaktionäre ist vor der Versammlung Ende Oktober jedoch keineswegs gesichert. Die Holding Delfin, die 17,5 Prozent an MPS hält, will ihre Position erst nach einer externen Prüfung festlegen.
Der Bauunternehmer Francesco Gaetano Caltagirone, der 13,5 Prozent kontrolliert, tendiert laut Milano Finanza zu einer Ablehnung der Vorlagen. Eine endgültige Entscheidung der Anteilseigner über die Gesamtsituation wird für November oder Dezember 2026 erwartet.
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