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Barrick Mining Aktie: BofA senkt Ziel auf 54 Dollar

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 12:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz starker Quartalszahlen und Gewinnsprung senken Analysten das Kursziel für Barrick. Grund ist die Neubewertung des Fourmile-Projekts im Newmont-Deal.

Barrick Mining: Analysten senken Kursziele wegen Fourmile-Bewertung
Düstere, atmosphärische Industrieaufnahme einer Goldmine bei Dämmerung, die den Rohstoffsektor symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Manchmal verrät ein einzelner Analystensatz mehr über eine Branche als ein ganzer Quartalsbericht. Als BofA Securities am 11. August ihr Kursziel für Barrick Mining von 56 auf 54 Dollar senkte, blieb die Kaufempfehlung bestehen – und trotzdem war die Begründung bemerkenswert: Das Fourmile-Projekt sei dem Analysehaus zufolge 2,8 Milliarden Dollar weniger wert, als bislang angenommen.

Der Nettoinventarwert für die gesamte Barrick-Aktie fiel dadurch um 3,5 Prozent auf 43,05 Dollar. Auch ATB Cormark Capital Markets kappte am selben Tag ihr Ziel, von 60 auf 57 kanadische Dollar, verbunden mit einer "Sector Perform"-Einstufung.

Das ist die eigentliche Pointe der vergangenen Woche: Ausgerechnet das Projekt, das erst kurz zuvor als Verhandlungsmasse in die Einigung mit Newmont eingebracht wurde, sorgt nun für Bewertungsabschläge bei den Analysten.

Fourmile wandert im Rahmen der Nevada-Gold-Mines-Erweiterung in das Gemeinschaftsunternehmen – Barrick erhält dafür von Newmont eine Ausgleichszahlung von 1,95 Milliarden Dollar in bar. Für BofA reicht diese Kompensation offenbar nicht aus, um den Wertverlust bei Barrick vollständig auszugleichen, wenn man Fourmile aus der eigenen Bilanz herausrechnet und stattdessen nur den Cash-Zufluss ansetzt.

Konsolidierung als Preis für Größe

Es ist ein Muster, das die gesamte Goldminenbranche seit Jahren prägt: Einzelne Claims werden zu wenigen, aber gigantischen Gemeinschaftsprojekten zusammengelegt, weil die Erschließungskosten für Solo-Vorhaben kaum noch zu stemmen sind.

Mit der Einigung wächst Nevada Gold Mines zu einem Komplex mit fast 100 Millionen Unzen Gold heran – eine Dimension, die sich kein Einzelunternehmen mehr allein leisten könnte. Der Preis dafür: Wer ein Projekt in ein Joint Venture einbringt, verliert die volle wirtschaftliche Kontrolle darüber. Genau das rechnen die Analysten jetzt in ihre Modelle ein.

Für Anleger ist das kein Grund zur Beunruhigung, aber ein Grund zum genauen Hinschauen. Denn operativ liefert Barrick derzeit so stark wie selten: Im zweiten Quartal stiegen die Nettogewinne um 50 Prozent auf 1,22 Milliarden Dollar, das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte um 74 Prozent auf 0,82 Dollar.

Die Goldproduktion von 796.000 Unzen übertraf die eigene Prognosespanne von 730.000 bis 770.000 Unzen. Der realisierte Goldpreis lag mit 4.417 Dollar pro Unze um 34 Prozent über dem Vorjahreswert – ein Rückenwind, der die höheren Förderkosten von 1.866 Dollar pro Unze (plus 11 Prozent) mehr als kompensierte.

Die Bilanz trägt den Umbau

Wichtiger für die IPO-Pläne des Nordamerika-Geschäfts, die bis Jahresende abgeschlossen sein sollen: Die Nettoliquidität kletterte auf 1,2 Milliarden Dollar, verglichen mit nur 73 Millionen Dollar im Vorjahr. Die unangetastete Kreditlinie über 3 Milliarden Dollar gibt zusätzlichen Spielraum.

Gleichzeitig kaufte Barrick im Quartal Aktien im Wert von 1,209 Milliarden Dollar zurück und zahlte eine Quartalsdividende von 0,175 Dollar, die am 15. September an die am 31. August im Aktienregister eingetragenen Anteilseigner fließt. Die gesamten Ausschüttungen an Aktionäre stiegen im Jahresvergleich um 242 Prozent auf 1,50 Milliarden Dollar.

An der Börse in Toronto zeigt sich diese Mischung aus operativer Stärke und Bewertungsdiskussion in einem Kurs, der zuletzt bei 58,45 kanadischen Dollar schloss – ein Abstand von 21 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 74,00 Dollar aus dem Januar, aber immerhin 77 Prozent über dem Tief vom August 2025. Die Aktie hat sich binnen zwölf Monaten um 77 Prozent verteuert, notiert aber seit Jahresbeginn mit minus 2,2 Prozent leicht im Minus.

Die spannendere Frage lautet nicht, ob Barrick gute Zahlen liefert – das tut das Unternehmen gerade zweifelsfrei. Sie lautet, wie der Markt die Neuordnung der Vermögenswerte bewertet, wenn Fourmile aus der eigenen Bilanz verschwindet und stattdessen als Cash-Position und Anteil an einem Gemeinschaftsprojekt auftaucht.

Die kommenden Monate, mit der angepeilten Nordamerika-Abspaltung und der Suche nach einem neuen Chef für das internationale Geschäft, werden zeigen, ob aus der Konsolidierung tatsächlich der versprochene Wertzuwachs entsteht – oder ob die Summe der Teile am Ende weniger wert ist als das Ganze einmal war.

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