BASF, Aktie

BASF Aktie: 1 Milliarde Rückkauf bis April 2027

Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 18:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BASF-Aktie zeigt sich trotz drohender Tarifkonflikte robust. Das milliardenschwere Rückkaufprogramm stützt den Kurs, während die Chemiebranche unter geopolitischen Risiken leidet.

BASF-Aktie nahe Jahreshoch: IG Metall droht mit Herbst-Tarifrunde
Moderner Industriekomplex bei Sonnenaufgang als Symbol für wirtschaftliche Stabilität und industrielles Wachstum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Während die BASF-Aktie am heutigen Montag mit 52,64 Euro nahe ihres Jahreshochs notiert, formiert sich in der deutschen Industrie Widerstand gegen die angespannte wirtschaftliche Lage. Die IG Metall bereitet sich im Bezirk Mitte auf eine harte Tarifrunde im Herbst vor – ein Thema, das auch für den Chemiekonzern aus Ludwigshafen an Bedeutung gewinnt.

Gewerkschaft mobilisiert für den Herbst

Die IG Metall vertritt im Bezirk Mitte, der Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland umfasst, rund 360.000 Beschäftigte, im benachbarten Thüringen weitere 28.000. Für den 21. September ist ein Aktionstag der Autoindustrie geplant, die Forderungen sollen im September formuliert werden. Sollten die Verhandlungen scheitern, drohen ab November Warnstreiks.

Zwar richtet sich die Mobilisierung primär gegen die Automobilbranche, doch die energieintensive Chemieindustrie mit ihrer engen Verflechtung zu den Zulieferketten dürfte von einer eskalierenden Tarifrunde ebenfalls betroffen sein. Für Investoren ist das ein Risikofaktor, der sich erst im weiteren Jahresverlauf konkretisieren wird.

Bislang lässt sich der Aktienkurs davon jedoch nicht beeindrucken. Seit dem Start des laufenden Aktienrückkaufprogramms am vergangenen Donnerstag hat das Papier um 2,5 Prozent zugelegt, seit den Quartalszahlen vor gut drei Wochen sogar um 4,3 Prozent. Aktuell notiert die Aktie 6,8 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 49,29 Euro und damit deutlich im positiven Trend.

Rückkaufprogramm läuft unbeirrt weiter

Parallel zur politischen Gemengelage setzt BASF sein Kapitalrückführungsprogramm fort. Im Zeitraum vom 17. bis 21. August kaufte der Konzern 557.966 eigene Aktien zurück, die volumengewichteten Tageskurse bewegten sich zwischen 50,80 und 51,89 Euro.

Seit dem Start am 3. August hat BASF damit insgesamt 1.797.966 Aktien erworben. Das aktuelle Programm mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde Euro läuft bis Ende April 2027 und ist Teil eines größeren, im September 2024 angekündigten Rückkaufvorhabens über vier Milliarden Euro bis Ende 2028. Zwischen November 2025 und Juni 2026 hatte BASF bereits Aktien im Wert von rund 1,5 Milliarden Euro zurückgekauft.

Der stetige Rückfluss von Kapital an die Aktionäre stützt den Kurs strukturell, unabhängig von tagesaktuellen Nachrichten. Das zeigt sich auch im Branchenvergleich: Am heutigen Montag gewinnt die BASF-Aktie an der Börse hinzu, während Wettbewerber wie Evonik ebenfalls fester tendieren – ein Zeichen dafür, dass die gesamte Chemiebranche von einer leicht verbesserten Stimmung profitiert.

Belastungsfaktoren bleiben im Blick

Die Vorsicht der Anleger dürfte dennoch nicht ganz verschwinden. Neben der drohenden Tarifauseinandersetzung im Herbst belasten auch geopolitische Risiken wie der Iran-Konflikt und dessen Auswirkungen auf Energiepreise die energieintensive Chemieindustrie insgesamt.

Die deutschen Gasspeicher sind Mitte August nur zu 49 Prozent gefüllt, deutlich weniger als im Vorjahr mit 67 Prozent – ein Umstand, der die Versorgungssicherheit im Winter zum Thema macht, auch wenn aktuell keine akute Gasmangellage erwartet wird.

Für BASF-Anleger bedeutet das: Die fundamentale Kursstärke der vergangenen Wochen, getragen von Rückkäufen und soliden Zahlen, trifft im Herbst auf potenziell steigenden Gegenwind aus Tarifpolitik und Energiemärkten. Wie sich dieser Spagat auf die Bewertung auswirkt, dürfte sich erst zeigen, wenn die Tarifverhandlungen im September konkrete Formen annehmen.

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