BASF Aktie: Agrarsparte auf Kurs zum Börsengang
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 13:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BASF macht Ernst mit der Abspaltung seines Agrarchemiegeschäfts. Vorstand Livio Tedeschi bestätigte in Limburgerhof, dass die Ausgliederung von Agriculture Solutions in vollem Gange ist — und rückte damit einen möglichen Börsengang für 2027 näher an die Realität.
Ausgliederung fast abgeschlossen
In Nord- und Südamerika sowie in Europa ist die Trennung vom Mutterkonzern laut Tedeschi bereits größtenteils vollzogen. Asien soll bis Jahresende folgen. Parallel dazu baut BASF eine eigenständige Zentrale für die künftige Firma auf, die das Geschäft unabhängig steuern soll.
"Im nächsten Jahr konzentrieren wir uns voll und ganz auf einen möglichen Börsengang", sagte Tedeschi, der seit Anfang Mai im BASF-Vorstand die Verantwortung für das Agrargeschäft trägt.
Bis Mitte 2027 sollen die Voraussetzungen geschaffen sein — über den genauen Zeitpunkt und Umfang entscheidet der Konzern dann kurzfristig, abhängig von den Marktbedingungen. BASF strebt ein Index-Listing an, wobei die Wahl zwischen SDax, MDax oder Dax von der Größe des Börsengangs abhängt. Zu Beginn bleibt BASF nach eigenen Angaben Mehrheitsaktionär.
Tedeschi begründete den Schritt vor allem mit der Kapitalallokation: Aktuell bestimmt die BASF-Zentrale das Forschungsbudget der Sparte mit, wodurch strategische Chancen verpasst werden könnten. Zudem würden Agrar-Geschäfte am Kapitalmarkt beim Ebitda deutlich besser bewertet als der Gesamtkonzern.
Bayer-Zukauf als Fundament
Das heutige Agriculture Solutions geht maßgeblich auf die Übernahme von Bayer-Agrar- und Saatgutgeschäft aus dem Jahr 2018 zurück, für die BASF rund 5,9 Milliarden Euro zahlte. Bayer musste die Sparte damals wegen der Monsanto-Übernahme abgeben. Tedeschi bezeichnete den Deal als "einer der besten Zukäufe der BASF".
Der Geschäftsbereich mit mehr als 14.000 Beschäftigten kam 2025 auf einen Umsatz von 9,6 Milliarden Euro und erhielt die Hälfte des gesamten BASF-Forschungsbudgets von einer Milliarde Euro. Bis 2035 sollen innovative Produkte 7,5 Milliarden Euro zum Umsatz der Sparte beitragen.
Das laufende Sparprogramm des Konzerns bleibt außen vor: Der geplante Stellenabbau betrifft laut Tedeschi die Kerngeschäfte, nicht Agriculture Solutions. BASF hat zwischen Januar 2024 und Ende Juni 2026 bereits rund 7.000 Stellen weltweit gestrichen und will bis Ende 2026 jährlich 2,3 Milliarden Euro einsparen.
Für Anleger bleibt die Sparte damit ein eigenständiger Wertschöpfungsfaktor abseits des Konzernumbaus. Wie groß der Börsengang letztlich ausfällt und welcher Index am Ende infrage kommt, entscheidet sich erst mit der Marktlage im Jahr 2027.
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