BASF, Aktie

BASF Aktie: JPMorgan belÀsst Underweight-Rating

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 00:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

JPMorgan belÀsst BASF auf 'Underweight' und sieht strukturelle Risiken durch chinesische Exporte sowie logistische Herausforderungen am Rhein.

BASF-Aktie unter Druck: JPMorgan warnt vor chinesischer Konkurrenz und Niedrigwasser
Moderne Chemie-Industrieanlage bei DĂ€mmerung mit atmosphĂ€rischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

JPMorgan hat sein Rating fĂŒr BASF am heutigen Dienstag bei "Underweight" belassen. Analyst Chetan Udeshi begrĂŒndet die skeptische EinschĂ€tzung mit wachsendem Konkurrenzdruck durch chinesische ExportĂŒberschĂŒsse, die sich laut Juni-Daten branchenĂŒbergreifend ausweiten und in einzelnen Kategorien sogar Rekordniveaus erreichen. Aktuell positive Preise und Vorzieheffekte im Markt wĂŒrden den mittelfristigen Gegenwind fĂŒr den Ludwigshafener Konzern nur ĂŒberdecken, so die EinschĂ€tzung des Analysten.

Die BASF-Aktie notiert aktuell bei 50,57 Euro und gibt am Dienstag um 0,84 Prozent nach. Damit bleibt das Papier rund acht Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, das erst im April markiert wurde. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von knapp 13,82 Prozent zu Buche – die skeptische JPMorgan-Haltung trifft also auf eine Aktie, die sich zuletzt insgesamt robust entwickelt hat.

Niedrigwasser am Rhein belastet Logistik in Ludwigshafen

Neben dem China-Thema rĂŒckt ein zweites Risiko in den Blick: sinkende Pegel am Rhein. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet durch das Niedrigwasser mit einer um bis zu 0,4 Prozentpunkte gedrĂŒckten gesamtwirtschaftlichen Leistung in Deutschland. FĂŒr BASF ist das kein abstraktes Problem. Rund 40 Prozent der GĂŒter am Stammsitz Ludwigshafen werden per Schiff transportiert, und die Frachtkosten haben sich Berichten zufolge bei niedrigen PegelstĂ€nden bereits verdrei- bis vervierfacht.

Der Konzern versucht gegenzusteuern und setzt unter anderem das speziell fĂŒr Niedrigwasser konzipierte Schiff "Stolt" ein. Zugleich fordert BASF eine sogenannte Abladeoptimierung am Mittelrhein, um die TransportfĂ€higkeit auch bei sinkenden Pegeln zu sichern. FĂŒr Anleger ist das ein Erinnerungsposten daran, dass die Logistik am Rhein fĂŒr den Standort Ludwigshafen ein wiederkehrendes operatives Risiko darstellt, das sich in schwankenden Frachtkosten niederschlagen kann.

China-SchwĂ€che als strukturelles Thema fĂŒr die deutsche Industrie

Die JPMorgan-EinschĂ€tzung fĂŒgt sich in ein breiteres Bild ein, das Ökonomen derzeit zeichnen. Ifo-PrĂ€sident Clemens Fuest spricht mit Blick auf China von "kĂŒnstlichem Wachstum" und Fehlinvestitionen, wĂ€hrend der Internationale WĂ€hrungsfonds die private Verschuldung des Landes fĂŒr 2026 auf 323 Prozent der Wirtschaftsleistung taxiert. Die öffentlichen Investitionen liegen laut den zitierten EinschĂ€tzungen bei ĂŒber 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, das Wachstum selbst aber nur bei 4 bis 5 Prozent.

FĂŒr die deutsche Industrie hat das schon jetzt Folgen: Die deutschen Importe aus China stiegen 2025 um 8,8 Prozent auf 171 Milliarden Euro, wĂ€hrend die deutschen Exporte nach China im gleichen Zeitraum um 9,7 Prozent auf 81 Milliarden Euro zurĂŒckgingen. Der Chef der Auslandshandelskammer, Oliver Oehms, sieht bislang keine Anzeichen fĂŒr eine Besserung der chinesischen Binnenwirtschaft. Genau dieser Exportdruck aus China ist es, den JPMorgan als zentrales Risiko fĂŒr BASF benennt – die WettbewerbsintensitĂ€t aus Fernost trifft einen Konzern, dessen GeschĂ€ft eng mit globalen Chemie- und GrundstoffmĂ€rkten verflochten ist.

Auch im Agrarsegment steht BASF derzeit im Blickfeld von Analysten, die den Sektor gemeinsam mit Wettbewerbern wie MustGrow Biologics und Corteva auf Wachstumschancen und Skalierungspotenzial hin einordnen – ein Feld, das angesichts der sonstigen Nachrichtenlage zumindest eine gewisse Gegengewichtung zum skeptischen JPMorgan-Blick bietet. Insgesamt bleibt die Gemengelage fĂŒr BASF damit gespalten: Auf der einen Seite steht ein Analystenhaus, das strukturellen Gegenwind aus China betont, auf der anderen ein Aktienkurs, der trotz der Belastungsfaktoren im Jahresverlauf deutlich zugelegt hat.

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