Bawag PSK Aktie: 1,6 Milliarden für Permanent TSB
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 06:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Irland veräußert seine verbleibende Beteiligung von 57 Prozent an der Bank Permanent TSB (PTSB) im Zuge der Übernahme durch die Bawag. Für diesen Anteil erhält der Staat eine Summe von 931 Millionen Euro. Das gesamte Volumen für den Erwerb des Instituts durch die Wiener Bankengruppe beläuft sich auf 1,6 Milliarden Euro. Damit setzt die Bawag ihren Expansionskurs im westeuropäischen Privatkundengeschäft konsequent fort.
Millionen-Erlös für den irischen Staat
Minister Harris bezeichnet die Transaktion als bedeutenden Erfolg für die heimischen Steuerzahler. Laut Berichten von TheJournal.ie liege der Gesamterlös rund 1,3 Milliarden Euro über der ursprünglichen Gewinnschwelle. In diese Berechnung fließen zusätzliche Einnahmen aus einer Bankenabgabe in Höhe von 1,8 Milliarden Euro ein. Die Regierung sieht darin den Abschluss eines langjährigen Stabilisierungsprozesses für den nationalen Bankensektor.
Kritische Bilanz der Bankenrettung
Kritische Stimmen ziehen jedoch eine weniger positive Bilanz der staatlichen Intervention. Die historischen Kosten für die Rettung der Permanent TSB während der Finanzkrise zwischen 2008 und 2010 betrugen insgesamt 29,4 Milliarden Euro. Inflationsbereinigt beläuft sich dieser Aufwand nach Schätzungen von Memesita sogar auf 39,6 Milliarden Euro. Zusätzlich belasteten Zinskosten für die staatliche Refinanzierung den Haushalt mit weiteren 9,5 Milliarden Euro über die vergangenen Jahre.
Die Marktdaten unterstreichen die aktuelle Stärke des Wiener Instituts im europäischen Vergleich. Die Aktie der Bawag schloss am Freitag bei 176,00 Euro. Damit hat das Papier seit Jahresbeginn eine deutliche Performance von 37,18 Prozent erzielt. Das Wertpapier notiert damit weiterhin in der unmittelbaren Nähe seines 52-Wochen-Hochs von 181,40 Euro.
Marktumfeld und Aufsichtsrüge
Das allgemeine Umfeld für europäische Banken bleibt jedoch von regulatorischen Mahnungen geprägt. Die EZB-Bankenaufsicht rügte jüngst die geopolitischen Risikomodelle von über einhundert Instituten. In einem ersten inversen Stresstest wurden die Banken aufgefordert, Szenarien mit einem Rückgang der harten Kernkapitalquote von mindestens 300 Basispunkten zu entwerfen. Die Aufseher bemängelten dabei eine fehlende Detailtiefe bei der Modellierung extremer Ereignisse.
Diese Schwächen könnten langfristig zu höheren Kapitalanforderungen im Rahmen des SREP-Prozesses führen. Parallel dazu zeigt sich eine hohe Dynamik bei Übernahmen im Sektor. Während die Bawag in Irland agiert, konnte die Raiffeisen Bank International (RBI) ihr Angebot für die Addiko Bank voranbringen. Mit einer Annahmequote von über 56 Prozent übertraf die RBI die Mindestschwelle und sichert sich damit die Mehrheit an dem Institut.
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