Bayer, Aktie

Bayer Aktie: Crop Science steigert EBITDA um 30,2 Prozent

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 00:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bayer überrascht mit starken Q2-Zahlen dank Agrarsparte, senkt Schuldenziel und nähert sich dem 52-Wochen-Hoch. Analysten reagieren positiv.

Bayer übertrifft Erwartungen: Starkes Agrarquartal treibt Aktie deutlich an
Moderne, sonnendurchflutete Agrarlandschaft mit grünen Pflanzenreihen in einer professionellen, atmosphärischen Aufnahme. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bayer hat am heutigen Dienstag Zahlen vorgelegt, die die Erwartungen der Analysten klar übertreffen. Getragen von einer außergewöhnlich starken Agrarsparte, verbesserte der Konzern sein operatives Ergebnis im zweiten Quartal 2026 deutlich und senkte zugleich seine Schuldenziele für das Gesamtjahr. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung: Am Vormittag legte das Papier um 2,34 Prozent zu und näherte sich damit wieder seinem 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, von dem es aktuell noch 9,97 Prozent entfernt notiert. Seit Jahresbeginn steht für die Bayer-Aktie ein Plus von 31,02 Prozent zu Buche.

Crop Science treibt das Ergebnis, Pharma bleibt gemischt

Der Konzernumsatz stieg währungs- und portfoliobereinigt um 2,2 Prozent auf 10,872 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen kletterte um 1,9 Prozent auf 2,144 Milliarden Euro – deutlich über der Analystenschätzung von rund 1,94 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis stieg auf 219 Millionen Euro, während das bereinigte Ergebnis je Aktie um 16,7 Prozent auf 0,95 Euro sank. Der Free Cashflow rutschte auf minus 371 Millionen Euro, nach plus 125 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Haupttreiber des starken Ergebnisses war die Agrarsparte Crop Science: Der Umsatz legte währungs- und portfoliobereinigt um 3,5 Prozent auf 4,91 Milliarden Euro zu, das EBITDA vor Sondereinflüssen sprang um 30,2 Prozent auf 902 Millionen Euro. Die Pharmasparte hingegen stagnierte auf Vorjahresniveau. Belastend wirkte hier der Umsatzeinbruch von 42 Prozent beim Blutverdünner Xarelto, der unter zunehmender Generikakonkurrenz leidet. Gegensteuern konnte das Krebsmittel Nubeqa, dessen Quartalsumsatz um 50 Prozent auf 820 Millionen Euro wuchs. Zusätzlich reichte Bayer Ende Juli einen Zulassungsantrag für eine weitere Indikation des Medikaments Kerendia in China ein.

Schuldenziel gesenkt, Bilanz gestärkt

Der Vorstand bestätigte den währungsbereinigten Konzernausblick für 2026 und senkte zugleich den Zielkorridor für die Nettofinanzverschuldung zum Jahresende von zuvor 32 bis 33 Milliarden Euro auf nunmehr 29 bis 30 Milliarden Euro. Zum 30. Juni lag die Nettofinanzverschuldung noch bei 33,647 Milliarden Euro. Mitte Juli hatte Bayer bereits neue US-Dollar-Anleihen im Volumen von 5,0 Milliarden Dollar erfolgreich am Kapitalmarkt platziert – ein Schritt, der die Finanzierungsbasis für die kommenden Monate absichert.

Rechtsstreit um Glyphosat bleibt im Fokus

Neben den operativen Fortschritten verwies Konzernchef Bill Anderson auf ein aus Bayer-Sicht „richtungsweisendes Urteil“ des US Supreme Court im Fall Durnell vom Juni, das die Position des Konzerns bei der Abwehr von Glyphosat-Klagen stärke. Für den 19. August ist eine Gerichtsanhörung zur endgültigen Genehmigung des Roundup-Sammelvergleichs angesetzt, dessen Volumen sich auf bis zu 7,25 Milliarden Dollar über 21 Jahre beläuft. Der Ausgang dieser Anhörung dürfte für Anleger ein zentraler Kurstreiber in den kommenden Wochen bleiben.

Die DZ Bank hob am heutigen Tag ihren fairen Wert für die Bayer-Aktie auf 60,00 Euro an und bestätigte die Einstufung „Kaufen“. JPMorgan-Analyst Richard Vosser bestätigte sein Rating „Overweight“ mit einem Kursziel von 50,00 Euro und bezeichnete die Quartalszahlen als stark. Weitere Häuser äußerten sich am heutigen Tag ebenfalls überwiegend positiv zu den vorgelegten Zahlen.

Anleger blicken nun auf den 2. September, wenn Bayer sein Crop-Science-Investorenevent abhält, sowie auf den 3. November, an dem die Ergebnisse zum dritten Quartal anstehen.

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