Bayer Aktie: Hartmann übernimmt CFO-Posten von Nickl
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 08:46 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit dem vereinbarten Verkauf des Krebsmedikaments Stivarga setzt Bayer die Bereinigung seines Produktportfolios fort. Für das Präparat zahlt das Pharmaunternehmen Grünenthal einen Gesamterlös von bis zu 375 Millionen Euro. Der Schritt ordnet die Prioritäten in der Medikamentensparte neu, während sich das operative Geschäft zunehmend auf jüngere Wachstumsträger und regulatorische Meilensteine stützt.
Stivarga-Erlöse fangen rückläufige Einnahmen auf
Die Veräußerung an Grünenthal markiert den Ausstieg aus einem reifenden Produkt. Die Umsätze mit Stivarga waren in den vergangenen Jahren spürbar rückläufig: Nach 463 Millionen Euro im Jahr 2024 sanken die Erlöse im Jahr 2025 auf 338 Millionen Euro. In der ersten Hälfte 2026 belief sich der Stivarga-Umsatz auf 148 Millionen Euro.
Mit dem erzielten Transaktionspreis realisiert Bayer einen finanziellen Zufluss für ein Präparat, dessen Wachstumsdynamik spürbar nachgelassen hatte. Parallel zur Portfoliostraffung verzeichnete das Unternehmen auf der Führungsebene Kontinuität: Judith Hartmann übernahm als CFO die Nachfolge von Wolfgang Nickl, der zum 31. Mai 2026 aus dem Vorstand ausschied.
Operative Impulse und juristische Baustellen
Strategisch richtet sich die Aufmerksamkeit im Pharmabereich verstärkt auf neuere Präparate.
In den USA stellt die Zulassung die erste neue Behandlungsoption für diese Indikation seit 30 Jahren dar.
Zugleich bleibt das juristische Erbe der Agrarsparte ein zentraler Faktor für den Leverkusener Konzern. Im Rahmen der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten fand vor rund zwei Wochen die Anhörung vor dem Missouri Circuit Court zur finalen Genehmigung des Roundup-Sammelvergleichs statt; seither legte die Notierung um 3,0 Prozent zu.
Aktie behauptet Jahresgewinne
Am Aktienmarkt spiegeln sich die operativen Weichenstellungen und die Fortschritte bei der Bewältigung der Altlasten in einer deutlichen Kurserholung wider. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Bayer-Aktie bei 50,20 Euro.
Damit verbucht das Papier seit Jahresanfang ein Kursplus von 36 Prozent. Mit einer Marktkapitalisierung von 48,51 Milliarden Euro bewegt sich der DAX-Konzern wieder in ruhigerem Fahrwasser, während die Umsetzung der Portfoliomaßnahmen und die richterlichen Entscheidungen in den USA die künftige Bewertung maßgeblich bestimmen dürften.
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