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Belo Sun: Oberstes Gericht setzt Volta-Grande-Genehmigung aus

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 05:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die weitere Projektentwicklung hängt von der gerichtlichen Billigung einer Einigung mit FUNAI und einer aktualisierten Machbarkeitsstudie ab.
Ein gewundener Fluss in einem dichten tropischen Regenwald bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

Brasiliens Oberster Gerichtshof hat die Installationsgenehmigung für Belo Suns geplantes Goldprojekt Volta Grande vorläufig ausgesetzt. Damit steht die rechtliche Absicherung des Vorhabens im Bundesstaat Pará erneut im Mittelpunkt. Belo Sun will bis zur gerichtlichen Zustimmung zu einer bereits eingereichten Einigung mit FUNAI keine physischen Arbeiten am Standort ausführen.

Gerichtliche Zustimmung als nächste Hürde

Die Aussetzung soll bis zur Genehmigung dieser Einigung durch das Gericht TRF-1 gelten. Für Anleger ist damit nicht allein die technische Planung entscheidend. Der nächste wesentliche Schritt hängt auch von der gerichtlichen Zustimmung ab.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP hielt Richter Edson Fachin die Nachweise zur vollständigen Erfüllung der Umweltauflagen und Schutzrechte indigener Gemeinschaften für unzureichend. Dabei geht es insbesondere um Folgenstudien und die Konsultation der betroffenen Gemeinschaften.

Die Genehmigung hatte bereits mehrere rechtliche Schritte durchlaufen. Im Februar 2026 hatte das Gericht sie wieder eingesetzt. Pará erteilte sie im April 2026 erneut mit einer Gültigkeit bis April 2029.

Die erneute Aussetzung zeigt, dass diese Genehmigungsschritte die rechtlichen Unsicherheiten bislang nicht abschließend beseitigt haben. Für die weitere Projektentwicklung bleibt die Zustimmung zur Einigung deshalb ein zentraler Prüfstein.

Umweltfragen betreffen die Projektgrundlage

Volta Grande ist als Tagebau am Xingu geplant. Dessen Flusslauf und Fischbestände sind bereits durch den Belo-Monte-Staudamm beeinträchtigt. Die offenen Umweltfragen betreffen damit einen Standort, der schon unter erheblichen Eingriffen steht.

Eine unabhängige Analyse von 2021 bezifferte das geplante Rückhaltebecken auf rund 35 Millionen Kubikmeter Abraum und Wasser. Bei einem möglichen Versagen könnten Arsen und Quecksilber freigesetzt werden und Gemeinschaften mehr als 40 Kilometer flussabwärts gefährden.

Dabei handelt es sich um ein Risikoszenario, nicht um einen eingetretenen Schaden. Es verdeutlicht jedoch die Bedeutung der Umweltprüfungen für das Genehmigungsverfahren.

Die Machbarkeitsstudie von 2015 sah über eine Laufzeit von 17 Jahren eine Förderung von 3,52 Millionen Unzen Gold vor. Diese ältere Planung beschreibt die vorgesehene Größenordnung, ersetzt aber keine aktuelle Bewertung des Projekts.

Neue Studie trifft auf rechtliche Unsicherheit

Belo Sun plant eine aktualisierte definitive Machbarkeitsstudie, die Anfang 2027 abgeschlossen werden soll. Für den Bau werden schätzungsweise 1.700 Arbeitsplätze erwartet. Beide Angaben stehen unter dem Vorzeichen eines weiterhin geplanten Vorhabens.

Für Anleger laufen damit zwei entscheidende Themen parallel: die Aktualisierung der wirtschaftlichen Projektgrundlage und die rechtliche Freigabe weiterer Arbeiten. Eine neue Studie allein beseitigt die gerichtliche Hürde nicht.

Die Aktie verlor am Freitag -4,8%; über sieben Tage beträgt die Veränderung -18%. Die schwache Kursentwicklung begleitet damit eine Nachrichtenlage, in der vor allem die Genehmigungssicherheit über den weiteren Projektfortschritt entscheidet.

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