BHP Aktie: Hauptversammlung stellt Kupferprobleme ins Zentrum
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 14:41 Uhr | Redaktion boerse-global.deBHP geht morgen in Sydney mit Fragen zur Kupferförderung und Protesten gegen den Kohleausbau in die Hauptversammlung. Es ist die erste unter CEO Brandon Craig, der im Juli übernahm. Für Anleger steht damit nicht allein die unveränderte Produktionsprognose im Mittelpunkt: Entscheidend ist, wie BHP Betriebsstörungen bewältigt und seine Investitionspläne mit den Sicherheits- und Klimafragen verbindet.
Kupfergeschäft verlangt operative Antworten
Laut der australischen Nachrichtenagentur AAP trug Kupfer zuletzt mehr als die Hälfte zum Gewinn bei. Entsprechend schwer wiegen die jüngsten Produktionsprobleme. Niedrigere geplante Erzgehalte, Wartungsarbeiten und schlechtes Wetter in Chile belasteten die Förderung. Hinzu kamen Sicherheitsstopps und der Ausfall eines Förderbands in Carrapateena.
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 produzierte BHP 400,7 Kilotonnen Kupfer. Das waren 19 Prozent weniger als im Vorjahresquartal.
Die Ursachen betreffen damit sowohl die Beschaffenheit der Lagerstätten als auch den laufenden Betrieb. Das Förderband in Carrapateena wurde nach sieben Wochen repariert. Zugleich laufen Ermittlungen nach tödlichen Vorfällen bei Escondida und Peak Downs. Zwei Beschäftigte kamen ums Leben; vorübergehende Betriebsstopps folgten.
Ein Gegengewicht zur schwächeren Fördermenge bildete der realisierte Kupferpreis. Er stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 53 Prozent auf 7,01 US-Dollar je Pfund. Die Kupferprognose für das Geschäftsjahr 2027 ließ BHP unverändert bei 1,65–1,8 Millionen Tonnen.
Höhere Verkaufspreise und geringere Mengen wirken auf unterschiedliche Weise auf das Geschäft. Der Preiseffekt beseitigt die operativen Schwierigkeiten nicht. Auf der Hauptversammlung dürfte deshalb die Frage nach der Verlässlichkeit der Förderung besonderes Gewicht erhalten.
Kohlepläne treffen auf Protest
Neben dem Kupfergeschäft rückt die Kohlestrategie in den Fokus. Nach Angaben von AAP protestieren die Pacific Climate Warriors gegen den Kohleausbau. BHP behält Mt Arthur sowie fünf Kokskohleminen in Queensland im Gemeinschaftsunternehmen mit Mitsubishi.
Damit treffen auf der Hauptversammlung unterschiedliche Erwartungen aufeinander. Während Anleger die wirtschaftliche Entwicklung und die Umsetzung der Produktionsziele verfolgen, richten sich die Proteste gegen den Ausbau des Kohlegeschäfts. Für Craig reicht die Agenda folglich über die Erklärung eines schwächeren Kupferquartals hinaus. Auch die künftige Ausrichtung des Portfolios steht zur Diskussion.
Berenberg bleibt zurückhaltend
Berenberg bestätigte heute seine Halteempfehlung für BHP und ein Kursziel von 3.500 GBX. Damit verbindet das Analysehaus seine Einschätzung weiterhin nicht mit einer Kaufempfehlung.
Für die Hauptversammlung ergibt sich ein klarer Schwerpunkt: Die beibehaltene Jahresprognose ist ein wichtiger Bezugspunkt, aber noch kein Nachweis einer operativen Erholung. Konkrete Aussagen zur Stabilisierung der Kupferförderung und zum Umgang mit Sicherheitsrisiken wären deshalb für die Einordnung des Geschäftsverlaufs besonders relevant. Parallel muss BHP die Kritik an seinen Kohleplänen adressieren.
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