Bilfinger Aktie: Berenberg senkt Kursziel auf 63 Euro
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 01:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach den jüngsten Belastungen im operativen Geschäft passen erste Analysehäuser ihre Bewertungen für den Industriedienstleister Bilfinger deutlich an. Am gestrigen Montag senkte Berenberg das Kursziel für die Aktie von 92,50 Euro auf 63,00 Euro und bestätigte das Votum „Hold“. Analyst Andreas Wolf begründete diesen Schritt mit der anhaltenden Zurückhaltung auf Kundenseite sowie den reduzierten Jahreszielen des Konzerns.
Im heutigen Handel verzeichnet das Papier eine leichte Erholung. Die Aktie notiert bei 57,10 Euro, was einem Plus von 1,0 Prozent entspricht.
Zurückhaltung und Projektverschiebungen belasten
Hintergrund der Neubewertung sind spürbare Bremsspuren bei den Auftraggebern. Wie Bloomberg berichtete, verwies Bilfinger-CEO Thomas Schulz auf verschobene Investitionen, ein vorsichtiges Kundenverhalten sowie den Nahost-Konflikt als wesentliche Ursachen für die aktuelle Entwicklung. Vor allem Auftraggeber in Saudi-Arabien hätten technische Arbeiten in das kommende Jahr verlegt.
Diese Verzögerungen schlugen sich unmittelbar in den Geschäftserwartungen nieder. Für das Jahr 2026 rechnet der Konzern mit einem Umsatz zwischen 5,3 und 5,7 Milliarden Euro, nachdem zuvor 5,4 bis 5,9 Milliarden Euro angepeilt worden waren.
Gegensteuernd hat das Management das Restrukturierungsprogramm „Agile“ initiiert. Im Rahmen dieses Vorhabens könnten weltweit bis zu 1.500 Arbeitsplätze betroffen sein, um die Kostenbasis an das veränderte Marktumfeld anzupassen.
Skepsis am Markt überwiegt vorerst
Trotz der eingeleiteten Gegenmaßnahmen bleiben Marktbeobachter zurückhaltend. Bereits am Samstag hatte auch die UBS ihr Kursziel für Bilfinger von 102 auf 72 Euro zurückgenommen, hält jedoch an ihrer Kaufempfehlung mit der Einstufung „Buy“ fest. Andere Häuser strichen ihre Kaufurteile ebenfalls zusammen und stuften das Papier herab.
An den Finanzmärkten hat die Kette an Hiobsbotschaften deutliche Spuren hinterlassen. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Wertverlust von 47 Prozent. Für Anleger kommt es in den kommenden Quartalen darauf an, ob das Sparprogramm greift und die verschobenen Projekte im Nahen Osten tatsächlich wie erhofft im nächsten Jahr anlaufen.
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