Bilfinger, Aktie

Bilfinger Aktie: Wasserstoffspeicher in Huntorf geplant

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 02:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

UBS sieht trotz niedrigerem Kursziel langfristiges Potenzial; Bilfinger meldet einen Wasserstoffspeicher-Auftrag und plant Stellenabbau.

Bilfinger: UBS senkt Kursziel, hält aber an Kaufempfehlung fest
Moderne Industrieanlage zur Wasserstoffspeicherung in einer atmosphärischen Landschaft bei Sonnenaufgang. Illustration mit AI erstellt.

UBS-Analyst Olivier Calvet traut dem Industriedienstleister Bilfinger trotz der operativen Belastungen eine spürbare Erholung zu. Zwar senkte die Schweizer Großbank ihr Kursziel von 102 auf 72 Euro, hält jedoch an ihrer Einstufung mit „Buy“ fest. Die Experten sehen das mittel- und langfristige Potenzial des Konzerns im aktuellen Marktumfeld unverändert als intakt an.

Die Zuversicht steht im Kontrast zur ausgeprägten Vorsicht vieler Marktteilnehmer. Geopolitische Spannungen und eine allgemeine Zurückhaltung bei Industriekunden hatten das Vertrauen der Investoren zuletzt sichtlich strapaziert und den Aktienkurs auf Talfahrt geschickt.

Marktbewertung spiegelt schwieriges Umfeld wider

Am Kapitalmarkt hinterließen diese Faktoren deutliche Spuren. Die Aktie beendete den Handel am Donnerstag bei einem Schlusskurs von 55,55 Euro und verzeichnete seit Jahresanfang einen Verlust von 48 Prozent.

Damit preisen die Börsenteilnehmer die konjunkturellen Risiken und das zögerliche Verhalten der Auftraggeber bereits in hohem Maße ein. Während vorsichtige Marktbeobachter vor weiteren Verzögerungen warnen, verweisen Befürworter der Aktie auf die gesunkene Bewertung und die Aussicht auf eine Stabilisierung des Geschäftsmodells.

Auftrag für Wasserstoffspeicher in Huntorf

Operativ meldete der Dienstleister unterdessen einen Erfolg im Bereich zukunftsfähiger Energieträger. In der umgerüsteten Kaverne sollen künftig rund 16 Millionen Normkubikmeter des Gases gelagert werden.

Das Vorhaben nutzt die H2Dry-Technologie und dient der späteren Versorgung energieintensiver Abnehmer, darunter die Stahlindustrie. Ein geplanter Anschluss an das deutsche Wasserstoff-Kernnetz soll den Standort langfristig in die überregionale Transportinfrastruktur integrieren. Für Bilfinger festigt das Projekt die Position bei der Modernisierung industrieller Großanlagen.

Effizienzprogramm soll Margen verbessern

Um der verhaltenen Nachfrage entgegenzuwirken, treibt das Management die interne Neuausrichtung voran. Das Restrukturierungsprogramm namens Agile sieht den Abbau von bis zu 1.500 Arbeitsplätzen vor. Ab 2028 strebt das Unternehmen dadurch nachhaltige jährliche Einsparungen von 75 Millionen Euro an.

Die Einmalkosten für den Stellenabbau belasten das Ergebnis vorübergehend, sollen die Organisation jedoch dauerhaft flexibler aufstellen. Das Management reagiert mit dem Umbau auf die veränderten Marktbedingungen und schafft Raum für margenstärkere Projekte.

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