Bitcoin: 400.000 Dollar bis 2030?
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 19:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Coinbase-Chef Brian Armstrong hĂ€lt an einem ambitionierten Ziel fest: Bitcoin soll bis 2030 die Marke von 400.000 Dollar erreichen. Bei einem aktuellen Kurs von rund 77.000 Dollar wĂ€re das eine VerfĂŒnffachung binnen etwas mehr als drei Jahren. Armstrong nennt das Ziel "reasonable" â und begrĂŒndet es mit dem viel zitierten Vier-Jahres-Zyklus von Bitcoin.
Der Zyklus als Kompass
Nach Armstrongs Lesart folgt Bitcoin einem wiederkehrenden Muster: Rally, Euphorie, dann eine rund einjÀhrige AbwÀrtsphase. Genau diese Marke sei nun erreicht. Der Coinbase-Chef geht davon aus, dass der Boden im aktuellen Zyklus bereits erreicht ist, nachdem der Kurs von rund 60.000 Dollar aus gestiegen war. Vor dem nÀchsten Halving, das in etwa 18 Monaten erwartet wird, rechnet er zusÀtzlich mit einer Erholungsphase.
FĂŒr Coinbase selbst war die AbwĂ€rtsphase allerdings schmerzhaft. Das Unternehmen strich 14 Prozent seiner Stellen und verpasste im zweiten Quartal die Gewinnerwartungen, weil das Handelsvolumen einbrach.
Regulatorik als möglicher Katalysator
Parallel zur Kurs-Diskussion richtet sich der Blick auf Washington. Am 15. September stimmt der US-Senat ĂŒber den Clarity Act ab, ein Regelwerk, das digitale Vermögenswerte rechtlich einordnen soll. Armstrong zeigt sich zuversichtlich, spricht von breiter UnterstĂŒtzung aus Strafverfolgungsbehörden, Banken und Kryptounternehmen. Offen bleibt laut ihm nur die Frage der Ethikregeln rund um Krypto-AktivitĂ€ten der PrĂ€sidentenfamilie.
Sollte der Act scheitern, wĂ€re das nach Armstrongs EinschĂ€tzung kein Drama: SEC und CFTC hĂ€tten bereits signalisiert, notfalls ĂŒber bestehende Befugnisse eigene Regelungen zu veröffentlichen. Nutzer der Prognoseplattform Myriad sehen die Chancen fĂŒr eine Unterzeichnung noch 2026 allerdings skeptisch â sie taxieren die Wahrscheinlichkeit auf nur 17 Prozent.
Ein zweites Thema mit langem Schatten
WĂ€hrend sich die Debatte um Kursziele und Regulierung dreht, arbeitet eine Forschergruppe um Theta-Labs-CTO Jieyi Long an einem ganz anderen Aspekt der Bitcoin-Zukunft: der Quantenresistenz.
Ihnen gelang es, den geschĂ€tzten Rechenaufwand fĂŒr einen zentralen Schritt eines potenziellen Quantenangriffs auf Bitcoin binnen zwei Monaten um 86 Prozent zu senken. Das nötige Schaltkreis-Design benötigt nun 1.151 logische Qubits und 1,30 Millionen Toffoli-Gatter â deutlich weniger als von Google zuvor veröffentlichte SchĂ€tzungen.
Nach Angaben von Coinbases eigenem Beirat fĂŒr Quantencomputing liegen schĂ€tzungsweise 7 Millionen BTC in Adressen, deren öffentliche SchlĂŒssel offen einsehbar und damit potenziell angreifbar sind. Die Forscher betonen jedoch, dass kein heute existierender Quantencomputer diese Kryptografie brechen kann â der Fortschritt sei ein Warnsignal fĂŒr die Zukunft, kein akutes Risiko.
Zwischen einem Kursziel von 400.000 Dollar, einer entscheidenden Senatsabstimmung am 15. September und Fortschritten in der Quantenforschung zeigt sich, wie unterschiedlich die KrÀfte sind, die derzeit auf Bitcoins langfristige Perspektive einwirken. Kurzfristig bleibt der Blick auf Washington gerichtet.
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