Bitcoin, Enges

Bitcoin: Enges Band vor wichtigen Marken

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 03:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bitcoin startet August knapp unter dem 200-Wochen-Durchschnitt; ein Wallet-Exploit und uneinige Fed-Mitglieder erhöhen die Unsicherheit am Markt.

Bitcoin-Ausblick: Kursbewegung zwischen Schlüsselmarken und Wallet-Sicherheitslücke
Digitales Bitcoin-Symbol auf einer modernen Finanz-Datenoberfläche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bitcoin klemmt zwischen zwei Marken fest, die über die nächsten Wochen entscheiden könnten. Die Kryptowährung startet in den August bei rund 63.152 Dollar — knapp unter dem 200-Wochen-Durchschnitt von etwa 63.300 Dollar. Ein Sicherheitsvorfall bei einem populären Hardware-Wallet-Hersteller sorgt zusätzlich für Unruhe unter Selbstverwahrern.

Wallet-Exploit erschüttert Vertrauen in Offline-Speicherung

Der Hersteller Coinkite räumte Ende Juli einen Firmware-Fehler bei seinem Coldcard-Wallet ein, der bereits im März 2021 eingebaut wurde. Der Bug reduzierte die Zufälligkeit bei der Erzeugung von Seed-Phrasen erheblich — Angreifer konnten die privaten Schlüssel dadurch leichter erraten, teils mithilfe von KI-gestützten Methoden. Die Verluste wuchsen binnen weniger Tage von rund 88 Millionen auf fast 114 Millionen Dollar in Bitcoin.

Besonders bitter: Coldcard galt seit seiner Einführung 2017 als eines der sichersten Bitcoin-Wallets überhaupt, gerade weil es komplett offline arbeitet und nie eine Internetverbindung aufbaut. Der Vorfall zeigt, dass ein Air Gap zwar viele Angriffsvektoren ausschließt, aber keine Garantie gegen Fehler in Hardware, Firmware oder Zufallszahlengenerierung bietet. Viele Nutzer verschieben inzwischen ihre Bestände, nachdem Sicherheitsforscher vor weiteren gefährdeten Adressen gewarnt hatten.

Fed-Kurs und dünne Liquidität verschärfen die Lage

Die US-Notenbank beließ den Leitzins am 29. Juli in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent, doch drei Ausschussmitglieder stimmten für eine Anhebung — die deutlichste Spaltung im Gremium seit September 2016. Der Markt preist inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 61,4 Prozent für eine weitere Zinserhöhung im September ein, was tendenziell gegen risikoreichere Anlagen wie Bitcoin spricht.

Bei den US-Spot-ETFs zeigt sich ein gemischtes Bild: Am 31. Juli flossen an einem einzigen Handelstag 265 Millionen Dollar ab, unterm Strich stand für den Juli aber noch ein Nettozufluss von 172,4 Millionen Dollar. Gleichzeitig meldet Glassnode das niedrigste Spot-Handelsvolumen seit 2019 — dünne Märkte reagieren erfahrungsgemäß heftiger auf neue Nachrichten, in beide Richtungen.

Charttechnisch bleibt die Lage übersichtlich: Rutscht Bitcoin nachhaltig unter 62.500 Dollar, öffnet sich der Weg Richtung 60.000 Dollar. Der 50-Tage-Durchschnitt bei etwa 64.891 Dollar markiert dagegen die erste Hürde nach oben. Die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag und die Inflationszahlen am 12. August dürften maßgeblich beeinflussen, wie die Fed im September entscheidet — und damit, in welche Richtung sich das enge Band auflöst.

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