Bitcoin, ETF-Zuflüsse

Bitcoin: ETF-Zuflüsse stützen die Erholung

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 12:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

US-Spot-Bitcoin-ETFs sammelten im September 2,65 Milliarden Dollar ein; ein SEC-Entwurf zur Verwahrung befindet sich in Konsultation.

Bitcoin erholt sich: ETF-Zuflüsse und SEC-Vorschlag geben Rückenwind
Ein moderner Büroarbeitsplatz mit verschwommenen Finanzcharts im Hintergrund, die eine positive Marktentwicklung andeuten. Illustration mit AI erstellt.

Bitcoin hat sich diese Woche aus der Defensive gearbeitet. Nach einem Rutsch unter 83.000 Dollar notiert die Kryptowährung wieder bei rund 86.600 Dollar, ein Plus von gut drei Prozent binnen 24 Stunden. Der Auslöser kommt aus zwei Richtungen: Regulierung und frisches Geld.

Institutionelle Nachfrage hält

US-Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten im September Nettozuflüsse von 2,65 Milliarden Dollar. Das ist der zweithöchste Monatswert seit Oktober 2025. Im August waren es noch 3,52 Milliarden Dollar, das Niveau bleibt aber deutlich über den Werten der vergangenen Monate. Auch am ersten Oktobertag flossen weitere 102,7 Millionen Dollar zu.

Dominick John von Zeus Research sieht darin ein Zeichen, dass die institutionelle Nachfrage "nicht nachgelassen" hat. Mit dem scheinbar etablierten Tief im vierten Quartal verbessere sich zudem die Stimmung. Der Crypto Fear & Greed Index steht bei 69 und damit im Bereich "Gier", ohne extreme Werte zu erreichen.

SEC will Verwahrung neu regeln

Rückenwind liefert die US-Börsenaufsicht SEC. Sie hat am Donnerstag Regeln vorgeschlagen, die einen speziell auf Kryptowährungen zugeschnittenen Rahmen für die Verwahrung durch Anlageberater und regulierte Fonds schaffen sollen. SEC-Chef Paul Atkins nannte die bisherigen Vorgaben nicht mehr zeitgemäß, da sie für traditionelle Vermögenswerte entworfen wurden.

Der Vorschlag definiert, welche Unternehmen als Verwahrer infrage kommen, und legt Dokumentations- und Prüfpflichten fest. Auch staatlich zugelassene Trust Companies sollen Krypto-Assets verwahren dürfen. Selbstverwahrung durch Berater wäre unter Bedingungen möglich, etwa wenn kein zugelassener Verwahrer für einen Vermögenswert existiert.

Die SEC reagiert damit auch auf ein stockendes Gesetzgebungsverfahren. Der Clarity Act geriet im September im Senat ins Stocken, die Behörde nutzt nun verstärkt ihre eigenen Befugnisse. Der Entwurf geht in eine 60-tägige Konsultationsphase, bevor endgültig entschieden wird.

Charttechnik: 90.000 Dollar im Blick

Charttechnisch hat Bitcoin laut Krypto-Experte Oliver Michel den Backtest im Bereich um 80.000 Dollar abgeschlossen und die Unterstützung bei 82.000 Dollar verteidigt. Bis zur Marke von 90.000 Dollar fehlen nur wenige Prozent. Als nächstes größeres Ziel nennt Michel den Widerstand um 97.000 Dollar. Dort rechnet er eher mit Schwankungen als mit einem direkten Durchbruch.

Der nächste Datenpunkt steht am 8. Oktober an: Dann erscheinen die US-Arbeitsmarktdaten zu den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe. Zusammen mit Inflationszahlen und Aussagen der Notenbank könnten sie die Zinserwartungen verschieben und damit die Richtung vorgeben.

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