Blackrock, Aktie

Blackrock Aktie: Neuer Rivale bei Token-Fonds

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 18:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Londoner und Pariser Fondsanbieter verwaltet 2,7 Milliarden Dollar und liegt bei tokenisierten Cash-Fonds vor Blackrock.

Bauhaus-Grafikposter geometrische Formen Primärfarben mit Text ASSET MGMT
BlackRock Inc. Vermögensverwaltung im Bauhaus-Poster-Stil mit geometrischen Formen und Farben, ISIN US09247X1019 Illustration mit AI erstellt.

Ein junges Fintech aus London und Paris greift Blackrock in einem Nischenmarkt an, den der Vermögensverwalter lange dominierte. Spiko, Emittent tokenisierter Geldmarktfonds, hat 90 Millionen Dollar eingesammelt. Das Unternehmen beansprucht nun die Spitzenposition unter den Anbietern solcher Fonds.

Spiko überholt die Großen

Die Series-B-Runde führt New Enterprise Associates an. Index Ventures, Bpifrance, Speedinvest und Wintermute Ventures beteiligen sich, dazu Business Angels wie der frühere Bundesbank-Präsident Axel Weber. Insgesamt hat Spiko damit 120 Millionen Dollar eingeworben.

Das Angebot: regulierte Cash-Fonds in Euro, Dollar, Pfund und Schweizer Franken. Sie laufen auf mehreren öffentlichen Blockchains, Firmen können sie per Schnittstelle in eigene Produkte einbauen. Spiko verwaltet nach eigenen Angaben 2,7 Milliarden Dollar, mehr als 10.000 Kunden in über 25 Rechtsräumen nutzen die Fonds.

Auf Basis von Daten des Branchendienstes RWA.xyz sieht sich Spiko inzwischen vor Blackrock und Franklin Templeton. Der Vergleich bezieht sich allerdings nur auf die Rangfolge unter den Emittenten tokenisierter Cash-Fonds. Mit dem gesamten verwalteten Vermögen der Konzerne hat er nichts zu tun. Blackrock verwaltet Billionen, die tokenisierten Produkte machen davon nur einen winzigen Teil aus.

Warum der Markt für Blackrock zählt

Dass ein Start-up in diesem Segment vorbeizieht, zeigt, wie schnell sich das Feld entwickelt. Tokenisierte Geldmarktfonds gelten als Brücke zwischen klassischer Finanzwelt und Blockchain-Infrastruktur. Sie lassen sich rund um die Uhr handeln und per Software steuern, etwa um überschüssige Liquidität automatisch anzulegen. Das frische Kapital soll Spiko für neue Fonds, weitere Märkte und lokale Teams in Deutschland, Italien, Spanien, den Niederlanden und Skandinavien einsetzen.

Makro-Kommentar aus dem Haus

Parallel dazu äußert sich das hauseigene Investmentinstitut zur Lage an den Anleihemärkten. Der globale Ausverkauf setzte sich zuletzt fort. Im Fokus der europäischen Rentenmärkte stand Frankreich, dessen Schuldensituation Investoren beschäftigt. Überraschend stark zeigte sich zudem der US-Dollar.

Für die Aktie bedeutet die Spiko-Meldung keine unmittelbare Belastung. Sie markiert aber, dass in der Tokenisierung von Cash-Produkten ein spezialisierter Anbieter mit frischem Kapital und Expansionsplänen in Europa antritt, dem Heimatmarkt vieler Blackrock-Kunden.

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