Bombardier, Aktie

Bombardier Aktie: Trump droht mit Verkaufsverbot

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 04:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Trump droht Bombardier mit einem US-Verkaufsstopp, wÀhrend der Konzern sein Engagement vor Ort betont und zuletzt operativ zulegte.
Silhouette eines modernen Privatjets vor einem dramatischen Abendhimmel, symbolisierend die Luftfahrtindustrie. Illustration mit AI erstellt.

Ein Post auf Truth Social genĂŒgt, um Bombardier in BedrĂ€ngnis zu bringen. PrĂ€sident Donald Trump erklĂ€rte am Montag, der kanadische Flugzeugbauer dĂŒrfe in den Vereinigten Staaten nicht mehr verkaufen, solange er dort nicht selbst produziere. "Ihre Produkte sind nicht gut genug", schrieb er.

Die Drohung trifft einen wunden Punkt. Nach Angaben Trumps stammen ĂŒber 50 Prozent von Bombardiers Umsatz aus dem US-Markt. Analysten taxieren den Konzernumsatz fĂŒr 2026 auf rund 10,2 Milliarden Dollar — ein US-Bann könnte damit theoretisch rund 5 Milliarden Dollar an Jahresumsatz gefĂ€hrden. Ein konkreter Mechanismus zur Durchsetzung eines solchen Verbots wurde bislang nicht benannt, weder vom Weißen Haus noch vom US-Handelsministerium.

Alter Streit, neue Eskalation

Der Vorstoß reiht sich in einen lĂ€nger schwelenden Handelsstreit ein. Bereits im Januar hatte Trump mit der Decertifizierung von Bombardiers Global-Express-Jets sowie mit Einfuhrzöllen von 50 Prozent auf kanadisch gefertigte Flugzeuge gedroht — beides wurde nie umgesetzt. Kanada zertifizierte im Februar mehrere Maschinen des US-Konkurrenten Gulfstream, was Trump als Erfolg seiner Drucktaktik darstellte.

Die neue Attacke fĂ€llt zudem in eine ohnehin angespannte Phase der bilateralen Beziehungen. Kanadas Gegenzölle auf US-Waren im Wert von 27,6 Milliarden Dollar sollten in der Nacht zum Dienstag in Kraft treten, GesprĂ€che zwischen Premierminister Carney und Trump waren fĂŒr Montag nicht angesetzt. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer stellte klar, Washington werde weitere Vergeltung Kanadas nicht tatenlos hinnehmen.

Bombardier reagierte am Dienstag mit einer ausfĂŒhrlichen Verteidigung seines US-Engagements. Der Konzern verwies auf Standorte in mehr als 20 Bundesstaaten, eine Zulieferkette von rund 2.800 amerikanischen Firmen in 47 Staaten sowie jĂ€hrliche Ausgaben von ĂŒber 2,5 Milliarden Dollar bei US-Lieferanten.

Die TragflĂ€chen des GeschĂ€ftsjets Global 8000 entstĂŒnden in Red Oak, Texas, zentrale Flugsteuerungskomponenten in der Region Los Angeles. ZusĂ€tzlich kĂŒndigte das Unternehmen den Ausbau seiner VerteidigungsaktivitĂ€ten an, darunter eine neue Anlage in Fort Wayne, Indiana, die noch in diesem Jahr eröffnen soll.

Operativ zeigte sich Bombardier zuletzt robust: Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 6 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar bei 32 ausgelieferten Flugzeugen, das ServicegeschÀft legte um 14 Prozent auf einen Rekordwert von 674 Millionen Dollar zu. Die Aktie selbst zeigte sich von der politischen Zuspitzung bislang unbeeindruckt und schloss zuletzt im Plus.

Wie es weitergeht, dĂŒrfte stark davon abhĂ€ngen, ob Ottawa und Washington in den kommenden Tagen doch noch an den Verhandlungstisch zurĂŒckfinden. Eine Reuters/Ipsos-Umfrage vom 1. September zeigte derweil, dass nur 20 Prozent der Amerikaner höhere Zölle gegen Kanada befĂŒrworten — ein innenpolitisches Gegengewicht, das Trumps Kurs zusĂ€tzlich unter Druck setzen könnte.

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