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Booking Holdings Aktie: Betrugsvorwürfe in Brüssel

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 19:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die EU-Kommission untersucht Booking.com wegen möglicher Defizite beim Betrugsschutz sowie beim Umgang mit Daten und Werbung.
Booking Holdings Inc. visualisiert modernen Luxushotelturm als professionelles Architektur-Render bei Dämmerung US09857L1089 Illustration mit AI erstellt.

Die EU-Kommission nimmt Booking.com unter die Lupe. Der Vorwurf: Die Plattform tue möglicherweise nicht genug gegen Betrüger. Die Aktie gab im US-Handel zeitweise rund 1,3 Prozent auf 161,76 Dollar nach.

Worum es den Wettbewerbshütern geht

Im Kern prüft die Behörde, ob das Reiseportal mit niederländischem Firmensitz gefälschte Unterkunftsangebote, Identitätsbetrug und ähnliche Maschen ausreichend bekämpft. Grundlage ist das Gesetz über digitale Dienste (DSA), das seit Februar 2024 gilt. Brüssel betont, die Verfahrenseröffnung sage noch nichts über einen tatsächlichen Verstoß aus.

Die Zahlen, die die Kommission nennt, haben es in sich. Booking.com selbst berichte von einem weltweiten Anstieg der Betrugsfälle um 500 Prozent. Im ersten Halbjahr 2026 gingen demnach 1.072 Betrugsmeldungen ein, der Schaden lag bei 82.000 Euro. Das entspricht einer Verzehnfachung gegenüber dem Vorjahr.

Booking.com erklärte, man arbeite uneingeschränkt mit der Kommission zusammen und wolle Reisende wie Partner schützen.

Daten und Werbung im Visier

Die Untersuchung reicht über Betrug hinaus. Die Kommission will klären, wie die Plattform Reservierungs- und Gästedaten an Unterkunftsbetreiber weitergibt und ob die Nachrichtenfunktion ausreichend gegen Missbrauch gesichert ist. Auch Phishing-Versuche stehen im Fokus.

Hinzu kommt die Frage der Werbetransparenz. Unterkünfte können ihre Sichtbarkeit in den Suchergebnissen erhöhen, indem sie eine höhere Provision zahlen. Brüssel will prüfen, ob Nutzer solche hervorgehobenen Angebote klar als Werbung erkennen und ob sie die Werbeeinstellungen selbst ändern können. EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen sagte: "Die Europäer sollten ihren Urlaub buchen können, ohne Angst vor Betrug haben zu müssen."

Was auf dem Spiel steht

Der DSA gilt als schärfstes Instrument der EU gegen große Plattformen. Verfahren laufen bereits gegen TikTok, Facebook, Instagram und Snapchat. Gegen X, Temu und AliExpress verhängte die Kommission schon Millionenstrafen, weil die Unternehmen trotz Ermahnungen aus Sicht Brüssels die Regeln missachteten.

Für Booking steht damit ein langwieriges Verfahren an, an dessen Ende Geldstrafen stehen könnten. Einen Zeitplan nannte die Kommission nicht. Die Börse reagierte bislang mit einem moderaten Abschlag.

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