Booking Holdings Aktie: Wells Fargo und BMO senken Kursziele
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 14:33 Uhr | Redaktion boerse-global.deMehrere AnalysehĂ€user haben heute ihre Kursziele fĂŒr Booking Holdings gesenkt. Die Bewertungen fallen allerdings unterschiedlich aus: Wells Fargo bleibt bei einer neutralen Einstufung, wĂ€hrend BMO Capital an seiner positiven Empfehlung festhĂ€lt. Entscheidend ist weniger das abgeschlossene Quartal als die Frage, wie stark die schwĂ€chere internationale Reisenachfrage das weitere Wachstum bremst.
Niedrigere Ziele, unterschiedliche Bewertungen
Wells Fargo reduzierte sein Kursziel von 190 auf 179 US-Dollar und bestĂ€tigte âEqual Weightâ. Das Haus schĂ€tzt das Wachstum der Ăbernachtungen im Oktober auf 3,5%.
Die Analysten verweisen auf Proteste in Europa und Sicherheitsbedrohungen an FlughÀfen im Nahen Osten. Kurzfristig sehen sie keine zusÀtzlichen Belastungen durch sinkenden Google-Suchverkehr. Mittelfristig bereitet ihnen jedoch ein bis Jahresende geplanter KI-Agent von Google Sorgen. Damit richtet sich der Blick neben der Reisenachfrage auch auf mögliche VerÀnderungen beim Kundenzugang.
BMO Capital senkte sein Kursziel von 250 auf 245 US-Dollar, hielt aber an âOutperformâ fest. Nach EinschĂ€tzung des Hauses ĂŒbertrafen die Bruttobuchungen im abgelaufenen Quartal den Analystenkonsens um 4%.
FĂŒr BMO standen damit solide Quartalsergebnisse einem enttĂ€uschenden Ausblick gegenĂŒber. Das Haus verwies auf indirekte Folgen des Iran-Konflikts, schwĂ€chere internationale Reisenachfrage und Unruhen in europĂ€ischen StĂ€dten. Weitere Analysten senkten ebenfalls ihre Ziele, behielten aber sowohl positive als auch neutrale Einstufungen bei. Die Zielsenkungen bedeuten somit keine einheitliche Abkehr von der Aktie.
Wachstum verliert zum Jahresende an Tempo
Booking erwartet fĂŒr das vierte Quartal 2026 ein Ăbernachtungswachstum von 1â3%. Die Bruttobuchungen sollen gegenĂŒber dem Vorjahr um 2â4% zulegen.
Finanzchef Ewout Steenbergen bezeichnete den Reisemarkt als âgemischtâ. WĂ€hrend internationale Reisen schwĂ€cher liefen, hielten sich Inlands- und Kurzreisen. Höhere Flugpreise und die Folgen des Nahostkonflikts belasten nach Unternehmensangaben die Nachfrage. Diese Unterschiede erklĂ€ren, weshalb die Analysten trotz robuster Quartalszahlen vorsichtiger kalkulieren.
Beim bereinigten Umsatz stellt Booking ein Wachstum von 0â2% in Aussicht. Das bereinigte EBITDA soll gegenĂŒber dem Vorjahr etwa unverĂ€ndert bleiben.
Die Jahresprognose blieb dagegen unverĂ€ndert. FĂŒr Bruttobuchungen, bereinigten Umsatz und bereinigtes EBITDA erwartet das Unternehmen weiterhin Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. Die schwĂ€chere Schlussquartalsprognose steht damit bislang nicht fĂŒr eine RĂŒcknahme der gesamten Jahresplanung.
Solides GeschÀft, offene Rechtsrisiken
Im dritten Quartal 2026 erreichten die Bruttobuchungen 54,5 Milliarden US-Dollar. Das entsprach einem Zuwachs von 10% gegenĂŒber dem Vorjahr.
Die operative Entwicklung erklĂ€rt, warum einige HĂ€user ihre positiven Empfehlungen beibehalten. Zugleich erschwert die FTC-Untersuchung rund um Priceline die Beurteilung des ausgewiesenen Ergebnisses. Laut Reuters geht es um möglicherweise irrefĂŒhrende Hotelanzeigen, GebĂŒhren und weitere Praktiken im Zusammenhang mit Guest Reservations.
Booking verbuchte dafĂŒr eine Umsatzminderung von 900 Millionen US-Dollar sowie einen zusĂ€tzlichen Verlust von 100 Millionen US-Dollar. Eine Einigung mit der FTC ist noch nicht erzielt; weitere Strafen und Rechtsstreitigkeiten bleiben möglich.
FĂŒr Anleger markieren die heutigen Kurszielsenkungen deshalb vor allem vorsichtigere Erwartungen an das kurzfristige GeschĂ€ft. Die Unterschiede zwischen den Empfehlungen bleiben bestehen: Solides Buchungswachstum stĂŒtzt die positiven EinschĂ€tzungen, wĂ€hrend NachfrageschwĂ€che und offene Rechtsrisiken gegen eine uneingeschrĂ€nkt optimistische Bewertung sprechen.
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