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BP Aktie: JPMorgan traut Bilanz-Sanierung mehr zu

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 08:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de

JPMorgan bewertet BP optimistischer und erhöht das Kursziel auf 675 Pence. Ausschlaggebend ist der erwartete Fortschritt beim Schuldenabbau.

Aquarellmalerei der Londoner Skyline mit St. Paul's Cathedral in zarten Pastell-AbenddĂĽften
BP plc GB0007980591 mit Londoner Heimatstadt – St. Paul's Cathedral in weichen Pastellfarben gemalt Illustration mit AI erstellt.

JPMorgan schickt ein deutliches Signal an den Ölmarkt: BP verdient ein höheres Vertrauen. Die Bank stuft die Aktie von "Neutral" auf "Overweight" hoch und hebt das Kursziel kräftig von 550 auf 675 Pence an. Auslöser ist nicht ein einzelnes Ereignis, sondern die Einschätzung, dass BPs Schuldenabbau nun wirklich in Gang kommt.

Schuldenabbau als Dreh- und Angelpunkt

Analyst Matthew Lofting bezeichnet die Bilanzsanierung als nicht verhandelbaren Ausgangspunkt für den Konzern. Sein Modell sieht die Entschuldung ab dem zweiten Halbjahr 2026 an Fahrt gewinnen. Bis Ende 2027 soll BP demnach beim Verschuldungsgrad wieder auf Augenhöhe mit der Konkurrenz liegen — selbst wenn der Brent-Preis nicht über 75 Dollar steigt. Aktuell notiert das Nordsee-Öl deutlich darüber, was die Rechnung für BP zusätzlich verbessert.

JPMorgan sieht im Restrukturierungsprogramm einen Wertschöpfungshebel, der einer Gewinnwachstumsrate im hohen einstelligen Prozentbereich über drei Jahre entspricht. Für 2027 taxiert die Bank die freie Cashflow-Rendite auf 11 Prozent bei einem Brent-Preis von 75 Dollar und Raffineriemargen nahe 20 Dollar. Aktuell liegt diese Kennzahl bereits bei 14 Prozent, während die Dividendenrendite bei 4,78 Prozent steht.

Bemerkenswert ist der Kontext: Parallel zur BP-Hochstufung senkte JPMorgan die Einstufung für TotalEnergies von "Overweight" auf "Neutral" — trotz unverändertem Kursziel von 83 Euro.

Lofting hält die Fundamentaldaten der Franzosen zwar für intakt, sieht aber durch die Lage an der Straße von Hormuz Risiken für deren Cashflow. Sein Rat: Kapital aus Total-Positionen in Richtung BP umschichten, gestützt auf die Schuldenabbau-Story des britischen Konzerns.

Ölpreis-Sensitivität bleibt der Hebel

Die Bank bewertet BPs Positionierung als vorteilhafte Mischung aus geringer direkter Nahost-Exponierung, wettbewerbsfähigem Raffineriegeschäft und hoher Handels-Flexibilität. Die Ölpreis-Sensitivität schlägt mit rund 180 Basispunkten pro 10 Dollar je Barrel zu Buche — ein Faktor, der bei anhaltend erhöhten Brent-Notierungen zusätzlichen Rückenwind liefern würde.

Die BP-Aktie hat im laufenden Jahr bereits rund 29 Prozent zugelegt, notierte zuletzt aber unter Druck der vergangenen Handelswoche. Mit dem neuen Kursziel von 675 Pence sieht JPMorgan trotz der bisherigen Rally noch spürbares Aufwärtspotenzial — vorausgesetzt, die Entschuldung verläuft wie im Modell unterstellt.

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