Camurus, Aktie

Camurus Aktie: Rekordquartal mit Haken

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 11:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im dritten Quartal übertraf Camurus beim operativen Gewinn die Markterwartungen; die FDA-Entscheidung zu Oczyesa könnte sich verzögern.
Abstrakte Darstellung eines modernen pharmazeutischen Labors mit Fokus auf wissenschaftliche Innovation und Marktwachstum. Illustration mit AI erstellt.

Camurus liefert ein Rekordquartal, und die Anleger sehen über eine Verschiebung hinweg. Die Aktie springt zweistellig auf ein frisches Jahreshoch. Allerdings bringt der Bericht auch einen möglichen Dämpfer mit.

Gewinn übertrifft die Erwartungen

Der Umsatz legte im dritten Quartal um 28 Prozent auf 724 Millionen Schwedische Kronen zu. Der operative Gewinn stieg überproportional um 40 Prozent auf 322 Millionen Kronen und lag rund 20 Prozent über den Markterwartungen. Meilensteinerlöse spielten dabei keine Rolle.

Treiber war vor allem das Suchtmittel Buvidal. Die Produktverkäufe erreichten mit 582 Millionen Kronen einen Höchstwert und übertrafen die Prognosen um etwa fünf Prozent. Rund 81.000 Patienten wurden Ende September behandelt, 4.000 mehr als im Vorquartal. Wachstum kam aus Großbritannien, den nordischen Ländern, Deutschland, Frankreich und Spanien. In Großbritannien half ein besserer Zugang in Gefängnissen.

Die Lizenzeinnahmen aus Brixadi wuchsen um 23 Prozent, blieben aber fünf Prozent hinter den Schätzungen zurück. Immerhin erreichte das Mittel nach Marktverkäufen von mehr als 300 Millionen Dollar seinen ersten Umsatzmeilenstein von 15 Millionen Dollar. Die Zahlung fließt im vierten Quartal.

Die Kasse ist mit 4,4 Milliarden Kronen gut gefüllt. Den Ausblick für 2026 konkretisierte das Management: Umsatz und operatives Ergebnis sollen in der oberen Hälfte der Spannen von 2,6 bis 2,9 Milliarden beziehungsweise 0,9 bis 1,2 Milliarden Kronen liegen.

Zulassung in den USA und Studiendaten

Beim Akromegalie-Mittel CAM2029 (Handelsname Oczyesa) steht die nächste Weichenstellung an. Die US-Behörde FDA hat den erneut eingereichten Zulassungsantrag angenommen und peilt eine Entscheidung bis 18. Dezember an. In der EU, Großbritannien, Australien und zuletzt Kanada ist das Präparat bereits zugelassen. In Deutschland verdoppelte sich der Anteil behandelter Patienten unter den Akromegalie-Betroffenen auf fünf Prozent.

Der Termin könnte sich allerdings verschieben. Weil der Antrag um einen zweiten US-Produktionsstandort ergänzt wurde, droht eine Verlängerung um etwa drei Monate.

Auch die Studiendaten rücken nach hinten. Die Phase-3-Studie SORENTO zu neuroendokrinen Tumoren des Magen-Darm-Trakts soll bis Jahresende die nötigen 194 Ereignisse für die Hauptanalyse erreichen. Erste Ergebnisse erwartet Camurus nun im ersten Quartal 2027, ursprünglich waren sie für das laufende Schlussviertel geplant. Parallel dazu hat die Phase-2b-Studie CAM2056 bei Übergewicht und Adipositas mit der ersten Dosierung begonnen.

Der 18. Dezember bleibt der nächste konkrete Termin. Fällt die FDA-Entscheidung dann, wäre das ein Meilenstein für den US-Marktstart. Verschiebt sie sich, rückt die Studie im ersten Quartal 2027 als nächster großer Kurstreiber in den Vordergrund.

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