Canaan, Aktie

Canaan Aktie: 97,6-Millionen-Dollar-Verlust im Q2

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 11:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Canaan verzeichnet im zweiten Quartal starke Umsatz- und Verlustzuwächse. BTIG reduziert das Kursziel, während das Unternehmen Liquidität sichert.

Canaan: BTIG senkt Kursziel nach schwachem Quartal deutlich
Modernes Rechenzentrum mit leuchtenden Server-Racks als Symbol für die Krypto-Mining-Industrie. Illustration mit AI erstellt.

Die Experten des Analysehauses BTIG haben ihr Kursziel für Canaan am gestrigen Dienstag deutlich auf 2 US-Dollar gesenkt. Hintergrund für diese Anpassung ist die anhaltend schwache Nachfrage nach Mining-Hardware, die das Unternehmen im zweiten Quartal 2026 wirtschaftlich stark belastete. Während Canaan sein Engagement im Eigen-Mining von Kryptowährungen intensiviert, weiten sich die operativen Verluste im Kerngeschäft massiv aus.

Massive Umsatzrückgänge im Hardware-Geschäft

In dem am 30. Juni abgeschlossenen zweiten Quartal 2026 verbuchte das Unternehmen einen Umsatz von 31,9 Millionen US-Dollar. Dies entspricht einem Einbruch von rund 68 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem noch Erlöse von 100,2 Millionen US-Dollar erzielt wurden.

Besonders der Bereich der Produktverkäufe, der maßgeblich von der Nachfrage nach Mining-Geräten abhängt, schwächelte mit einem Beitrag von lediglich 13,6 Millionen US-Dollar.

Parallel dazu vergrößerte sich der Nettoverlust dramatisch. Lag das Minus im Vorjahresquartal noch bei 11,1 Millionen US-Dollar, meldete das Management nun für das zweite Quartal 2026 einen Fehlbetrag von 97,6 Millionen US-Dollar.

Die Aktie notiert am heutigen Handelstag dennoch bei 0,2965 Euro, was einem Zuwachs von 7,6 Prozent entspricht. Trotz dieser kurzfristigen Gegenbewegung weist die Bilanz seit Jahresbeginn weiterhin einen Rückgang von 52 Prozent auf.

Bitcoin-Mining und Liquidation von Ether-Beständen

Um die Abhängigkeit vom reinen Hardware-Verkauf zu verringern, baute Canaan seine eigenen Mining-Aktivitäten weiter aus. Im abgelaufenen Quartal produzierte das Unternehmen 243 Bitcoin. Zum Stichtag Ende Juni hielt das Haus einen Bestand von 1.915,5 Bitcoin sowie 3.951,7 Ether. Damit verfolgt das Unternehmen eine Doppelstrategie aus Hardware-Produktion und dem Aufbau eigener Krypto-Reserven.

Nach dem Ende des Berichtsquartals leitete das Management jedoch Maßnahmen zur Liquiditätssicherung ein. Medienberichten zufolge veräußerte das Unternehmen seinen gesamten Bestand von 3.952 ETH sowie weitere 54 BTC. Durch diese Verkäufe flossen Canaan insgesamt 13,9 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln zu. Diese Strategie unterstreicht den hohen Kapitalbedarf, während das Hardware-Geschäft stagniert.

Rückkaufprogramm und verhaltener Ausblick

Trotz der angespannten Ertragslage setzt das Unternehmen auf Aktienrückkäufe zur Stützung des Anteilspreises. Bis zum gestrigen Dienstag wurden insgesamt 16,4 Millionen American Depositary Shares (ADS) zurückerworben. Dafür wendete das Unternehmen eine Summe von 7,4 Millionen US-Dollar auf. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um das Vertrauen der Anleger langfristig zurückzugewinnen, bleibt angesichts der kommenden Prognosen fraglich.

Für das dritte Quartal 2026 gab das Management einen sehr verhaltenen Ausblick und rechnet lediglich mit Umsätzen in einer Spanne von 11 bis 15 Millionen US-Dollar. Dies würde eine weitere Halbierung im Vergleich zum ohnehin schwachen zweiten Quartal bedeuten.

Analysten von BTIG verwiesen in ihrer Einschätzung darauf, dass die Marktsituation für spezialisierte Mining-Hardware schwierig bleibt, da Wettbewerber teils deutlich höhere Produktionsvolumina beim Bitcoin-Mining vorweisen können.

Während Konkurrenten wie CleanSpark im August 593 Bitcoin schürften, bleibt Canaans Fokus auf dem volatilen Hardware-Absatz ein erheblicher Risikofaktor für die kommenden Quartalsbilanzen.

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