Celonis Aktie: LENS soll Polizei Zugriffe protokollieren
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 06:33 Uhr | Redaktion boerse-global.deCelonis verbindet den Vorstoß in den Behördenmarkt mit einem konkreten Versprechen: KI-gestützte Datenanalyse soll mit kontrollierten und nachvollziehbaren Zugriffen einhergehen. Am 29. Oktober stellte das Unternehmen in Berlin seine Lösung für Ermittlungs- und Sicherheitsbehörden vor. Für die Bewertung des Vorhabens ist entscheidend, ob Celonis die angekündigte Automatisierung mit dem versprochenen Schutz der Bürgerrechte verbinden kann.
Zugriffskontrollen als Teil des Angebots
Die unter dem Namen Celonis LENS vorgestellte Plattform soll unterschiedliche Datenquellen für Ermittlungen verknüpfen und Routineaufgaben mithilfe künstlicher Intelligenz automatisieren. Nach Unternehmensangaben sollen Zugriffe lückenlos protokolliert werden. Celonis nennt außerdem Zugriffskontrollen zum Schutz der Bürgerrechte. Die Lösung soll zunächst in Deutschland verfügbar sein.
Damit umfasst das Angebot sowohl die Verarbeitung von Informationen als auch Regeln für deren Nutzung. Für den Einsatz bei Ermittlungs- und Sicherheitsbehörden stellt Celonis die Nachvollziehbarkeit der Zugriffe ausdrücklich neben die technischen Möglichkeiten der Plattform. Das ist ein zentraler Bestandteil des Produktversprechens.
Medienberichten zufolge positioniert sich Celonis mit dem Angebot als Alternative zu Palantir. Dabei wirbt das Unternehmen mit Datenschutz, Transparenz und digitaler Souveränität. Diese Ausrichtung könnte für Celonis sprechen, sofern die Plattform diese Ansprüche im Behördeneinsatz erfüllt.
Wie groß das finanzielle Engagement werden soll, hatte das Handelsblatt bereits am 23. Oktober berichtet: Celonis plane bis 2029 Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro. Das Geld soll in die unter dem internen Projektnamen „Metropolis“ entwickelte Datenanalyse-Software fließen, die vorwiegend bei der Polizei eingesetzt werden soll.
Industrieller Einsatz liefert einen zweiten Anwendungsfall
Parallel zum Behördenangebot baut Celonis die Zusammenarbeit mit Hitachi Energy aus. Beide Unternehmen bestätigten die Erweiterung am 27. Oktober. Process Intelligence und KI sollen dabei in kritische globale Betriebsabläufe von Hitachi Energy eingebunden werden.
Die Kooperation unterstützt dessen unternehmensweites KI-Programm AI Nexus. Damit richtet sich der Einsatz auf bestehende operative Abläufe. Während die Behördenlösung Datenquellen für Ermittlungen verbinden soll, steht bei Hitachi Energy die Nutzung von Prozessinformationen im industriellen Betrieb im Mittelpunkt.
Für Celonis zeigen beide Vorhaben unterschiedliche Einsatzfelder seiner Technologie. Im Behördenmarkt hängt die Überzeugungskraft des Angebots an kontrollierter Datenverknüpfung und nachvollziehbaren Zugriffen.
Bei Hitachi Energy entscheidet sich der Nutzen daran, wie sich Process Intelligence und KI in kritische Betriebsabläufe einfügen lassen. Beide Projekte geben damit konkrete Maßstäbe vor, an denen sich die angekündigten Lösungen messen lassen müssen.
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