Chevron Aktie: Raffinerien auf Rekordkurs
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 13:44 Uhr | Redaktion boerse-global.deChevron profitiert von der Knappheit am Kraftstoffmarkt, und zwar so stark wie selten zuvor. Im dritten Quartal übertraf der Konzern die Erwartungen der Wall Street klar. Die Raffinerien liefern dabei den größten Überraschungseffekt.
Diesel als Gewinnmotor
Der Umsatz stieg um 36 Prozent auf 67,8 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit gut 61 Milliarden gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 5,28 Dollar, erwartet waren 4,89 Dollar. Unter dem Strich verdiente Chevron 9,9 Milliarden Dollar, fast das Dreifache des Vorjahresquartals.
Auslöser ist die weltweit gestiegene Nachfrage nach Dieselprodukten. Angriffe auf Raffinerien in Russland und im Nahen Osten haben das Angebot verknappt. US-Anlagen füllten die Lücke.
Chevrons US-Raffinerien verarbeiteten erstmals mehr als eine Million Barrel Rohöl pro Tag, bei einer Auslastung von 98 Prozent. Der Anteil von Diesel und Flugzeugtreibstoff an der Produktion legte um mehr als zehn Prozent zu.
Die Raffineriesparte verdiente 4,9 Milliarden Dollar. Vor einem Jahr waren es 1,1 Milliarden.
Förderung mit Gegenwind
Auch das Upstream-Geschäft lieferte: Der Gewinn stieg um rund 70 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar. Die Produktion sank allerdings leicht auf 3,9 Millionen Barrel pro Tag, nach etwa vier Millionen im Vorjahr. Belastungen im internationalen Geschäft durch den Nahost-Konflikt spielten dabei eine Rolle. In den USA blieb die Förderung weitgehend stabil.
Die Aktie reagierte vorbörslich mit einem Plus von rund zwei Prozent und markierte ein Rekordhoch. Binnen eines Jahres hat das Papier über 50 Prozent zugelegt. ExxonMobil profitiert ähnlich und meldete ebenfalls Rekordgewinne in den Raffinerien.
Wie lange hält der Rückenwind?
Die Gewinne hängen an einer geopolitisch bedingten Knappheit. Beruhigt sich die Lage am Golf und kehren Raffineriekapazitäten zurück, dürften die Margen schrumpfen. Marktbeobachter sehen darin das zentrale Risiko für die Bewertung.
Parallel dazu fällt Venezuela ins Blickfeld. Das Land will seine Ölproduktion mit US-Rückendeckung vervierfachen. Fachleute halten die Pläne für schwer umsetzbar. Selbst Konzerne wie Chevron stünden bei einer gleichzeitigen Erschließung von 17 Großfeldern vor einer enormen Aufgabe. Für Chevron ergibt sich daraus zunächst keine direkte Konkurrenz, da die Produktion im Land stagniert.
Der Blick geht nun auf das Schlussquartal. Hält der Dieselpreis sein Niveau, dürfte die Raffineriesparte ihr Rekordtempo behalten. Gibt er nach, wird die Dreifachung des Quartalsgewinns schwer zu wiederholen sein.
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