Ciena Aktie: JPMorgan reduziert Position um 50 Prozent
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 10:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der Bewertung des Netzwerkspezialisten Ciena prallen derzeit gegensätzliche Einschätzungen der Wall Street aufeinander. Während die Analysten der Citigroup ihr massives Kursziel von 658 US-Dollar bekräftigen und damit eine mögliche Verdopplung des aktuellen Kursniveaus in Aussicht stellen, hat JPMorgan Chase seine Beteiligung an dem Unternehmen zuletzt deutlich reduziert. Das Cloud-Wachstum und technologische Fortschritte bei der optischen Konnektivität bilden dabei das Fundament für die optimistischen Prognosen.
Gegensätzliche Signale von Analysten und Großinvestoren
Die Analysten der Citigroup stützen ihre Kaufempfehlung auf das starke Wachstum im Cloud-Segment, das im vergangenen Quartal um 82 Prozent zulegte und mittlerweile 53 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. Dem steht eine Meldung über eine signifikante Anteilsreduzierung durch JPMorgan Chase gegenüber.
Die Bank veräußerte bereits am 31. August mehr als 5,5 Millionen Aktien, was einer Reduzierung der Position um fast 50 Prozent entspricht. Nach diesem Verkauf hält JPMorgan noch rund 3,9 Prozent der Anteile an Ciena.
Im deutschen Handel verliert das Papier am heutigen Mittwoch leicht um 0,2 Prozent auf einen aktuellen Kurs von 293,00 €. Damit notiert der Wert rund 48 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 558,40 €, das Anfang Juni markiert wurde.
Trotz der Korrektur der letzten Monate steht seit Jahresbeginn noch ein deutliches Plus von 44 Prozent zu Buche. Während Citi das Ziel bei 658 US-Dollar sieht, zeigten sich andere Häuser gestern zurückhaltender: UBS senkte das Kursziel auf 394 US-Dollar, während B. Riley das Ziel auf 347 US-Dollar korrigierte.
Technologischer Roll-out in Neuseeland und Australien
Ein wesentlicher Treiber für die künftige Umsatzentwicklung ist die neue Produktgeneration WaveLogic 6 Extreme (WL6e). Medienberichten zufolge startete Spark Wholesale am gestrigen Dienstag den Einsatz dieser Technologie in Auckland, um Rechenzentren mit Kapazitäten von bis zu 1,6 Terabit pro Sekunde zu vernetzen.
Diese Infrastruktur ermöglicht Dienste von 10G bis zu 800G. Parallel dazu absolvierte Telstra erfolgreich Tests, bei denen Datenraten von 400GbE über eine Distanz von 1.100 Kilometern mittels der WL6e-Plattform übertragen wurden.
Diese technologische Marktführerschaft spiegelt sich auch in der Entwicklung der Produktlinien RLS und Waveserver wider, die zuletzt ein Umsatzplus von 55 Prozent verzeichneten. Die Nachfrage nach sogenannten Pluggables hat sich im Vergleich zum Vorjahr sogar verdoppelt.
Auftragsbestand und langfristige Wachstumsziele
Die finanzielle Basis für die kommenden Jahre bildet ein robuster Auftragsbestand, der zuletzt mit 8,5 Milliarden US-Dollar beziffert wurde. Das Management strebt mittelfristig ein Anwachsen dieses Backlogs auf über 10 Milliarden US-Dollar an.
Für das Geschäftsjahr 2026 prognostiziert das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 6,42 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von 35 Prozent entspräche. Für das darauffolgende Jahr 2027 wird ein weiteres Umsatzplus von mindestens 30 Prozent in Aussicht gestellt.
Trotz der positiven Dynamik im Cloud-Bereich stehen Anleger vor Herausforderungen durch eine hohe Kundenkonzentration. Zwei Großkunden zeichnen laut Marktberichten für 41,7 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich.
Zudem belasten anhaltende Lieferkettenbeschränkungen, die bis in das Jahr 2028 anhalten könnten, sowie potenzielle Tarifrisiken in Höhe von rund 10 Millionen US-Dollar pro Quartal das operative Geschäft. Diese Faktoren erklären die vorsichtigere Haltung einiger Analysten gegenüber dem sehr optimistischen Szenario der Citigroup.
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