Coinbase Aktie: Quartalszahlen als Nagelprobe
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 21:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Coinbase legt heute nach Börsenschluss Zahlen zum zweiten Quartal vor â und die Erwartungen sind gedĂ€mpft. Wall Street rechnet mit einem Verlust von 11 Cent je Aktie bei einem Umsatz von 1,33 Milliarden Dollar, ein RĂŒckgang von 11 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. Verglichen mit dem ersten Quartal, als Coinbase noch 1,49 Dollar Verlust je Aktie bei 1,4 Milliarden Dollar Umsatz auswies, wĂ€re das eine spĂŒrbare Verbesserung.
Allerdings haben die GewinnschĂ€tzungen in den vergangenen Tagen deutlich nachgegeben â ein Signal, dass die Stimmung kurzfristig kippt. Der Handel mit KryptowĂ€hrungen bleibt schwach, Derivate-Positionen wurden zurĂŒckgefahren, das offene Interesse sinkt branchenweit.
Neue Produkte als Gegengewicht
Die eigentliche Frage lautet, ob Coinbase die zyklische SchwĂ€che im KerngeschĂ€ft durch neue Erlösquellen ausgleichen kann. Das Unternehmen zĂ€hlt inzwischen zwölf Produktlinien mit jeweils mehr als 100 Millionen Dollar annualisiertem Umsatz. Dazu zĂ€hlen Derivate und die im Dezember gestarteten PrognosemĂ€rkte, die bereits in den ersten beiden Monaten die 100-Millionen-Dollar-Marke auf Jahressicht ĂŒberschritten haben.
Rosenblatt-Analyst Chris Brendler sieht darin einen Beleg dafĂŒr, dass die "Everything Exchange"-Strategie greift: anhaltende SchwĂ€che im klassischen Kryptohandel treffe auf handfeste Beweise, dass neue GeschĂ€ftsfelder zu echten UmsatztrĂ€gern werden.
Trotz der Belastung durch den Krypto-Winter bewerten Analysten die Aktie mehrheitlich mit Kaufempfehlungen, das mittlere Kursziel liegt bei 214,94 Dollar â rund 34 Prozent ĂŒber dem aktuellen Niveau nahe 160 Dollar. US Tiger Securities geht mit einem Kursziel von 250 Dollar noch weiter und argumentiert, der Krypto-BĂ€renmarkt befinde sich bereits im letzten Viertel seiner Dauer.
Politisch bleibt RĂŒckenwind aus. Der CLARITY Act, der erstmals einen umfassenden Regulierungsrahmen fĂŒr digitale Vermögenswerte schaffen soll, dĂŒrfte laut SenatsmehrheitsfĂŒhrer John Thune nicht mehr vor der parlamentarischen Sommerpause verabschiedet werden. FĂŒr institutionelle Adoption bedeutet das erneut Verzögerung.
Die heutigen Zahlen werden zeigen, ob die neuen Produktlinien die SchwĂ€che im klassischen HandelsgeschĂ€ft tatsĂ€chlich kompensieren â oder ob der Krypto-Winter tiefer sitzt, als es das aktuelle Kursziel-Niveau der Analysten unterstellt.
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