Coloplast, Aktie

Coloplast Aktie: Nettogewinn springt um 82 Prozent

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 09:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Coloplast verzeichnet dank Wechselkursgewinnen einen Gewinnsprung von 82 Prozent, während das operative Geschäft und die Kerecis-Sparte die Margen belasten.

Coloplast-Aktie: Gewinnsprung dank Währungseffekten, Kerecis bleibt Sorgenkind
Heller, moderner medizinischer Raum mit weichem Tageslicht, der Stabilität und Wachstum im Gesundheitssektor symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Coloplast hat für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 Zahlen vorgelegt, die auf den ersten Blick überzeugen: Der Nettogewinn kletterte auf 1,462 Milliarden dänische Kronen, ein Plus von 82 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 805 Millionen Kronen.

Der Umsatz wuchs organisch um 6 Prozent, das operative Ergebnis in konstanten Währungen um 5 Prozent. Der sprunghafte Gewinnanstieg resultiert vor allem aus niedrigeren Finanzaufwendungen durch Wechselkursgewinne, nicht aus einer operativen Sondersituation.

Auf Ergebnisebene bleibt das Bild gemischter. Das bereinigte EBITA stieg nur um 1 Prozent auf 2,057 Milliarden Kronen, die EBIT-Marge sank von 28 auf 26 Prozent. Der Rückgang geht auf Währungseffekte und die Kerecis-Sparte zurück, die zusammen rund 170 Basispunkte Marge kosteten.

Wachstumsträger und Problemkind

Operativ zeigt sich Coloplast zweigeteilt. Die Chronic-Care-Sparten liefern solide Zahlen: Continence Care wuchs im Quartal um 8 Prozent, getrieben von starkem US-Geschäft und dem Produkt Luja, Interventional Urology legte um 7 Prozent zu, angetrieben vom US-Männergesundheitsgeschäft. Ostomy Care kam auf 5 Prozent, mit zweistelligem Wachstum in den USA.

Sorgenkind bleibt die Biologics-Sparte um die Tochter Kerecis. Dort schrumpften die Erlöse um 6 Prozent, die EBIT-Marge vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte lag bei minus 5 Prozent – Folge einer veränderten Erstattungsregelung in den USA.

Für das Gesamtjahr rechnet Coloplast bei Kerecis nur noch mit rund null Prozent organischem Wachstum und einer Marge nahe null. Ein Sonderposten von rund 3,1 Milliarden Kronen aus einer Wertminderung bei Kerecis belastet das Jahresergebnis zusätzlich.

Führungswechsel parallel zu den Zahlen

Einen Tag vor der Quartalsvorlage kündigte Coloplast Änderungen im Führungsteam an. Amanda Rajkumar, zuletzt Personalvorständin bei Adidas, übernimmt zum 1. September die neu geschaffene Position der Chief People Officer.

Fertram Sigurjonsson, Gründer von Kerecis und bisheriger Chef der Sparte Wound & Tissue Repair, wechselt in eine neue Rolle als Innovationsberater des CEO. CEO Gavin Wood übernimmt die Wundpflegesparte übergangsweise selbst – ein zusätzliches Signal dafür, wie viel Aufmerksamkeit das kriselnde Kerecis-Geschäft derzeit erfordert.

Die Jahresprognose bleibt trotz der Belastungen unverändert: Coloplast erwartet weiterhin ein organisches Umsatzwachstum zwischen 5 und 6 Prozent sowie ein EBIT-Wachstum in konstanten Währungen von rund 5 Prozent.

Die Rendite auf das eingesetzte Kapital nach Steuern soll bei etwa 15 Prozent liegen. Wie sich die Kerecis-Integration unter der neuen Führungsstruktur entwickelt, dürfte in den kommenden Quartalen der entscheidende Faktor für die Margenentwicklung bleiben.

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