Commerzbank Aktie: 6,3 Millionen Aktien zurückgekauft
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 17:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Commerzbank treibt ihre Pläne zur Kapitalrückgabe an die Aktionäre mit hohem Tempo voran. Während die italienische Großaktionärin UniCredit ihren Einfluss auf das Frankfurter Geldhaus ausbaut, signalisiert das Institut durch milliardenschwere Rückkäufe und Dividendenzusagen unternehmerische Handlungsfähigkeit.
An der Börse notiert die Commerzbank-Aktie heute bei 42,58 Euro. Das Papier legt damit im Tagesverlauf um 0,8 Prozent zu. Mit diesem Kursniveau bewegt sich der Titel rund 1,8 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 43,34 Euro.
Fortlaufender Erwerb eigener Anteile
Die Commerzbank hatte Anfang September einen Aktienrückkauf mit einem Gesamtvolumen von bis zu 1,2 Milliarden Euro beschlossen. Das Programm startete am 4. September 2026 und läuft spätestens bis zum 10. Februar 2027. Alle im Rahmen der Maßnahme erworbenen Papiere sollen im Anschluss eingezogen werden.
Pflichtmitteilungen zufolge erwarb das Kreditinstitut im Zeitraum vom 21. bis zum 25. September weitere 2.037.832 Anteile. Damit summiert sich die Zahl der seit dem Start des Programms zurückgekauften Papiere auf 6.255.093 Einheiten. Allein im Verlauf des Septembers belief sich der Zukauf eigener Aktien zeitweise auf 2.240.372 Stück.
Die Rückkäufe sind Teil einer umfassenden Ausschüttungsplanung für das Geschäftsjahr 2026. Das Management peilt eine Gesamtausschüttung von 3,2 Milliarden Euro an. Als Basis dient ein angestrebter Nettogewinn von mindestens 3,4 Milliarden Euro. Mindestens die Hälfte des Betrags soll als Dividende an die Anteilseigner fließen, die verbleibenden Mittel sind für den Rückkauf eigener Papiere vorgesehen.
Großaktionärin kontrolliert knapp die Hälfte der Stimmen
Die Kapitalmaßnahmen finden vor dem Hintergrund einer tiefgreifend veränderten Eigentümerstruktur statt. UniCredit hatte nach dem Abschluss ihres Übernahmeangebots einen Kapitalanteil von 47,59 Prozent an der Commerzbank erreicht. Dieser Anteil sichert den Italienern 49,65 Prozent der Stimmrechte.
Bis zum Ablauf der weiteren Annahmefrist am 3. Juli 2026 waren der italienischen Großbank 17,6 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient worden. Damit verfügt der Mailänder Konzern über eine beherrschende Stellung im Aktionariat, ohne jedoch die Schwelle für eine vollständige Eingliederung überschritten zu haben.
Für Anleger stellt sich die Frage, wie das künftige Verhältnis beider Häuser ausgestaltet wird. Einerseits stärkt die Commerzbank durch den Aktienrückkauf ihren verbleibenden Streubesitz und führt überschüssiges Eigenkapital ab. Andererseits wächst mit jedem eingezogenen Anteil rechnerisch der prozentuale Einfluss der verbliebenen Großaktionäre.
Diskussion über künftige Weichenstellungen
Medienberichten zufolge nannte sie eine direkte Fusion, ein zweites Übernahmeangebot mit anschließendem Squeeze-out oder den Kauf der UniCredit-Tochter HypoVereinsbank gegen Ausgabe neuer Commerzbank-Aktien.
Auch die Bundespolitik begleitet die Entwicklung eng.
Klingbeil bekräftigte dabei die Erwartung, dass die Commerzbank eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt bleibt, ihr Mittelstandsgeschäft unverändert fortführt und die Interessen der 40.000 Beschäftigten gewahrt werden. Berlin fordert zudem zwei Sitze im Aufsichtsrat der Bank.
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