Corebridge Financial Aktie: Verlust schrumpft deutlich
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 00:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Corebridge Financial hat die Erwartungen fĂŒr das zweite Quartal ĂŒbertroffen â und das nach einem ersten Quartal, das Analysten noch nervös gemacht hatte. Der Nettoverlust schrumpfte drastisch, wĂ€hrend der Versicherer gleichzeitig einen wichtigen Meilenstein bei der Fusion mit Equitable Holdings hinter sich brachte.
Der Nettoverlust je StammaktionĂ€r lag bei 16 Millionen Dollar oder 0,04 Dollar je Aktie. Vor einem Jahr hatte Corebridge noch 660 Millionen Dollar Verlust ausgewiesen, umgerechnet 1,20 Dollar je Aktie. Die Verbesserung geht vor allem auf geringere realisierte Verluste zurĂŒck, gebremst durch ungĂŒnstige Bewertungseffekte bei Marktrisiko-Leistungen und höhere Zinsgutschriften fĂŒr Versicherungsnehmer.
Beim bereinigten operativen Ergebnis lief es dagegen rĂŒcklĂ€ufig: Es sank auf 512 Millionen Dollar beziehungsweise 1,12 Dollar je Aktie, nach 672 Millionen Dollar beziehungsweise 1,22 Dollar im Vorjahresquartal. Die KernertrĂ€ge kletterten dennoch um 5 Prozent auf 1,568 Milliarden Dollar, getragen von höheren GebĂŒhren- und Spread-Einnahmen. PrĂ€mien und Einlagen gaben um 13 Prozent auf 9,066 Milliarden Dollar nach â vor allem wegen schwĂ€cherer VerkĂ€ufe von Fix- und indexgebundenen Rentenprodukten.
Fusion mit Equitable nimmt Fahrt auf
Am 30. Juli haben die AktionĂ€re beider Unternehmen dem Zusammenschluss mit Equitable Holdings zugestimmt. Aus der Fusion soll ein neues Unternehmen namens New Equitable hervorgehen. Vorstandschef Marc Costantini bezeichnete die Freigabe als entscheidenden Meilenstein und verwies auf ein weiter geschĂ€rftes FĂŒhrungsteam fĂŒr die kommende Integrationsphase.
Corebridge zahlte im Quartal insgesamt 412 Millionen Dollar an die AktionĂ€re zurĂŒck, davon 300 Millionen Dollar ĂŒber AktienrĂŒckkĂ€ufe. Der Vorstand erklĂ€rte zudem eine Quartalsdividende von 0,25 Dollar je Aktie, zahlbar am 30. September 2026 an AktionĂ€re, die am 16. September 2026 im Bestand gefĂŒhrt sind.
Vor den Zahlen hatten Analysten ihre SchĂ€tzungen deutlich zurĂŒckgenommen â die Gewinnprognosen sanken binnen 60 Tagen um gut acht Prozent, die UmsatzschĂ€tzungen um rund sechs Prozent. Grund war das schwache erste Quartal, in dem Corebridge die Umsatzerwartungen um fast 18 Prozent verfehlt hatte. Trotzdem bleibt das Analystenbild mehrheitlich positiv: Elf von 14 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, die Kursziele reichen von 36 bis 45 Dollar.
Die Rentenversicherungsbranche liefert dabei RĂŒckenwind. LIMRA rechnet fĂŒr 2026 mit US-EinzelhandelsverkĂ€ufen von Rentenprodukten ĂŒber 450 Milliarden Dollar, getrieben von der alternden Babyboomer-Generation. Corebridge hatte zuletzt neue Absicherungsoptionen fĂŒr seine Power-Series-Indexrenten eingefĂŒhrt, um von diesem Trend zu profitieren.
Mit der geschrumpften Verlustzahl und dem geglĂŒckten AktionĂ€rsvotum zur Fusion hat Corebridge zwei zentrale Unsicherheiten aus dem Weg gerĂ€umt. Der Blick richtet sich nun auf die konkrete Umsetzung des Zusammenschlusses zu New Equitable und darauf, ob das Unternehmen die schwĂ€chelnden RentenverkĂ€ufe in den kommenden Quartalen wieder ankurbeln kann.
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