CoreWeave Aktie: Goldman erhöht Ziel auf 139 Dollar
Veröffentlicht am: 23.08.2026 um 11:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Analysten von Goldman Sachs haben am Freitag auf die jüngste operative Entwicklung bei CoreWeave reagiert und ihr Kursziel für das Unternehmen von 121 US-Dollar auf 139 US-Dollar angehoben. Trotz der Kursanpassung behielt die Bank ihre Einstufung auf „Neutral“ bei.
Die Neubewertung erfolgt vor dem Hintergrund massiver Auftragszuwächse und einer deutlichen Ausweitung der Kapazitäten für Künstliche Intelligenz (KI), auch wenn das Marktumfeld für Technologiewerte zuletzt von hoher Volatilität geprägt war.
Neue Milliarden-Deals festigen Marktposition
Ein wesentlicher Treiber für das Vertrauen der Analysten ist die Ausweitung strategischer Partnerschaften. Wie Bloomberg am Donnerstag berichtete, hat Hudson River Trading eine mehrjährige Vereinbarung mit CoreWeave unterzeichnet. Dieser milliardenschwere Vertrag dient dem Ausbau von Handelsforschung und komplexen Rechenmodellen. Es handelt sich dabei um eine wesentliche Erweiterung einer bereits bestehenden Kooperation, die den Cloud-Spezialisten tiefer in der Finanzbranche verankert.
Diese Nachricht folgt auf eine Serie von Großaufträgen, die das Unternehmen bereits am 11. August im Rahmen seiner Quartalsberichterstattung bekannt gegeben hatte. Dazu gehört eine Zusage von Meta über zusätzliche Ausgaben in Höhe von 21 Milliarden US-Dollar sowie eine Verpflichtung des Finanzunternehmens Jane Street über 6 Milliarden US-Dollar.
Auch mit dem KI-Entwickler Anthropic wurde eine mehrjährige Vereinbarung getroffen. In der Folge stieg der Auftragsbestand für das Jahr 2026 auf 104 Milliarden US-Dollar, wobei neue Zusagen aus dem laufenden dritten Quartal in Höhe von über 25 Milliarden US-Dollar noch nicht in dieser Summe enthalten sind.
Starke Wachstumszahlen und Milliardeninvestitionen
Die Geschäftszahlen für das zweite Quartal unterstreichen das Expansionstempo. CoreWeave meldete einen Umsatz von 2,58 Milliarden US-Dollar, was einem Sprung von 112 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Damit wurden die Erwartungen der Marktteilnehmer, die von 2,56 Milliarden US-Dollar ausgegangen waren, leicht übertroffen.
Der bereinigte Verlust je Aktie fiel mit 1,03 US-Dollar geringer aus als die prognostizierten 1,20 US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Management nun mit einem bereinigten Betriebsergebnis zwischen 960 Millionen und 1,15 Milliarden US-Dollar.
Um die enorme Nachfrage nach Nvidia-Grafikprozessoren und der entsprechenden Infrastruktur zu bedienen, investiert CoreWeave massiv. Das Unternehmen plant jährliche Investitionsausgaben zwischen 35 Milliarden und 39 Milliarden US-Dollar.
Zur Finanzierung dieses Wachstums wurde am 10. August ein besicherter Kredit über 2,6 Milliarden US-Dollar aufgenommen, an dem unter anderem JPMorgan und MUFG beteiligt sind. Zum Ende des zweiten Quartals wies die Bilanz bereits Verbindlichkeiten in Höhe von 35 Milliarden US-Dollar aus, die primär zur Deckung der Hardwarekosten für GPU-Installationen dienen.
Insider-Verkäufe und aktuelle Börsenlage
Parallel zu den operativen Fortschritten gab es Bewegungen in der Führungsebene. Aus Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC geht hervor, dass CEO Michael N. Intrator am Dienstag im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans Aktien im Wert von mehreren Millionen US-Dollar veräußerte.
Auch CFO Nitin Agrawal und Chief Development Officer Brannin McBee trennten sich in den vergangenen Tagen von kleineren Aktienpaketen, primär um steuerliche Verpflichtungen aus der Umwandlung von Aktienoptionen zu begleichen. Bereits am 14. August hatten zudem mit Magnetar verbundene Fonds Bestände in größerem Umfang abgebaut.
An der Börse konnte sich der Wert der kurzfristigen Korrektur nicht entziehen. Am Freitag schloss die Aktie bei 75,47 €. Innerhalb der letzten sieben Tage verzeichnete das Papier einen Rückgang von 17 %, was Medienberichten zufolge auch auf verstärkte geopolitische Sorgen und eine allgemeine Flucht aus risikobehafteten Wachstumswerten zurückzuführen ist.
Dennoch bleibt die längerfristige Tendenz positiv: Seit Jahresbeginn konnte die Aktie um 18 % zulegen. Angesichts des Ziels, bis zum Jahresende eine aktive Leistung von über 1,85 Gigawatt in den Rechenzentren bereitzustellen, bleibt der Fokus der Anleger auf der Skalierbarkeit des Geschäftsmodells.
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