CoStar Aktie: Vexcel-Übernahme vereinbart, Kurs bricht ein
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 21:36 Uhr | Redaktion boerse-global.deCoStar hat heute die Übernahme von Vexcel für rund 730 Mio. US-Dollar in bar vereinbart. Zugleich meldet das Unternehmen einen Rekordumsatz und hebt seine Jahresprognose an. An der Börse steht dem jedoch eine Tagesveränderung von -16% gegenüber. Die zentrale Frage für Anleger ist damit, wie sich die geplante Übernahme mit CoStars steigender Profitabilität verbindet.
Vexcel soll früh zum Gewinn beitragen
Der Kaufpreis unterliegt üblichen Anpassungen. CoStar erwartet den Abschluss im ersten Quartal 2027, vorbehaltlich der vereinbarten Bedingungen und behördlicher Genehmigungen. Die Finanzierung soll aus vorhandener Liquidität und einer revolvierenden Kreditlinie erfolgen.
Bereits im ersten vollen Jahr nach der Übernahme erwartet CoStar einen positiven Beitrag zum bereinigten Gewinn je Aktie. Das ist eine Erwartung, noch kein realisierter Ergebnisbeitrag. Vexcel soll nach dem Abschluss unter eigener Marke weiterarbeiten.
Vexcel erzielte in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 140 Mio. US-Dollar Umsatz. Das entspricht einem Wachstum von mehr als 30 % gegenüber dem vorherigen Vergleichszeitraum. Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei etwa 20 %.
Damit übernimmt CoStar ein wachsendes Geschäft, das bereits auf bereinigter operativer Basis profitabel ist. Für die Bewertung des Kaufpreises sind allerdings auch die Finanzierung und der tatsächlich erzielte Ergebnisbeitrag nach dem Abschluss entscheidend.
Vexcels Bildprogramm umfasst mehr als 45 Länder und 320 Metropolen. Nach Aussage von CoStar könnte künstliche Intelligenz aus den erfassten Objekten Hunderte Datenfelder je Objekt erschließen. Darin liegt ein möglicher zusätzlicher Nutzen des Zukaufs, dessen Umsetzung noch bevorsteht.
Rekordumsatz und deutlich höheres Ergebnis
Im dritten Quartal 2026 erreichte CoStar einen Umsatz von 952 Mio. US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Plus von 14 %.
Die Ergebnisentwicklung fiel noch stärker aus als das Umsatzwachstum. CoStar kehrte unter dem Strich in die Gewinnzone zurück und verbesserte zugleich das bereinigte operative Ergebnis deutlich.
Der Nettogewinn betrug 74 Mio. US-Dollar nach einem Verlust von 31 Mio. US-Dollar im Vorjahresquartal. Das bereinigte EBITDA erreichte 229 Mio. US-Dollar und lag damit doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor.
Diese Verbesserung ist für die Übernahme relevant: CoStar kündigt den Mittelabfluss für Vexcel in einer Phase steigender Profitabilität an. Die Finanzierung beschränkt sich dennoch nicht auf vorhandene Mittel, sondern sieht auch die Nutzung einer Kreditlinie vor.
Höhere Ziele und weitere Einsparungen
Für 2026 erwartet CoStar nun einen Umsatz von 3,75–3,77 Mrd. US-Dollar. Das bereinigte EBITDA soll 820–840 Mio. US-Dollar erreichen, der bereinigte Gewinn je Aktie 1,38–1,41 US-Dollar.
Neben dem Wachstum sollen weitere Kostensenkungen die Ergebnisentwicklung stützen. Damit stehen der geplanten Übernahme fortgesetzte Einsparungen gegenüber. Beide Vorhaben müssen sich in den kommenden Berichtsperioden an ihren angekündigten Ergebniswirkungen messen lassen.
CoStar rechnet in den nächsten 12–18 Monaten mit mindestens 200 Mio. US-Dollar zusätzlichen Einsparungen. Für das laufende Jahr werden rund 150 Mio. US-Dollar erwartet.
Für Anleger verbindet die neue Nachrichtenlage somit zwei Entwicklungen: Das bestehende Geschäft liefert höhere Ergebnisse, während Vexcel künftig zusätzlich beitragen soll. Der erwartete Gewinnbeitrag des Zukaufs bleibt bis zum Abschluss und dem anschließenden ersten vollen Besitzjahr ein Prüfstein.
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