CSI 300: Wiedereröffnung drückt Index aufs Jahrestief
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 05:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Wiedereröffnung der chinesischen Festlandbörsen nach der feiertagsbedingten Pause hat den Leitindex spürbar unter Druck gesetzt. Am gestrigen Donnerstag verzeichnete der CSI 300 ein Minus von 1,2 Prozent und schloss bei 4.304,51 Punkten. Damit markierte das Börsenbarometer ein neues Jahrestief und notierte nur noch 0,2 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief.
Auslöser der Kursverluste waren vor allem wiederkehrende geopolitische Spannungen mit den USA, anhaltend hohe Renditen an den globalen Anleihemärkten sowie wachsende Skepsis vor den anstehenden Quartalsberichten im heimischen Technologiesektor.
Technologiesektor gerät unter Bewertungsdruck
Besonders Technologiewerte führten den Abverkauf im Festlandhandel an. Laut Reuters fürchten Marktteilnehmer, dass die anstehende Berichtssaison die hohen Bewertungen der Branche nicht rechtfertigen könnte. Wang Zhuo, Partner bei Shanghai Zhuozhu Investment, erklärte hierzu, der Optimismus der ersten Jahreshälfte habe die Bewertungen im Bereich der Spitzentechnologie zu weit nach oben getrieben.
Zusätzliche Unruhe brachte eine Ankündigung der US-Telekommunikationsbehörde FCC in den Markt. Die Behörde setzte für den 29. Oktober eine Abstimmung darüber an, chinesischen Laboren künftig die Zertifizierung elektronischer Geräte für den US-Markt zu untersagen. Diese Maßnahme erweitert frühere Beschränkungen gegenüber Peking und schürte bei Anlegern neue Sorgen vor einer Verschärfung des Handelskonflikts.
US-Zinsen und internationale Risiken belasten
Neben den Branchensorgen wirkte das internationale Zinsumfeld dämpfend auf das Marktgeschehen. Das Analysehaus China Securities stellte fest, dass die rasch steigenden Renditen für 30-jährige US-Staatsanleihen chinesische Aktien fortlaufend einengen. Dies gelte auch dann, wenn die Wahrscheinlichkeit einer weiteren US-Leitzinserhöhung im laufenden Monat gesunken sei.
Gleichzeitig trübten steigende globale Anleiherenditen und Sorgen über die Ölpreisentwicklung infolge geopolitischer Risiken im Nahen Osten die Risikobereitschaft der Investoren. Eine zurückhaltende Konsumstimmung der Verbraucher bremste zudem die Hoffnungen, die Pekings jüngste Stützungsmaßnahmen zuvor geweckt hatten.
Konjunkturdaten zeigen uneinheitliches Bild
Die jüngsten Konjunkturdaten zeichnen unterdessen einen gemischten Trend für die zweitgrößte Volkswirtschaft. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg im September auf 50,1 Zähler und signalisierte damit wieder eine leichte Expansion.
Auch der Dienstleistungssektor legte laut dem nationalen Statistikamt leicht auf 50,2 Punkte zu, wenngleich der Immobiliensektor und kapitalmarktnahe Dienstleistungen weiterhin unter der Expansionsschwelle verharrten.
Auf politischer Ebene richtet sich der Blick der Börsianer nun auf das fünfte Plenum der Kommunistischen Partei, das vom 26. bis zum 29. Oktober stattfindet. Anleger erhoffen sich von dem Treffen konkretere Signale für fiskalische und geldpolitische Maßnahmen, um das verhaltene Wirtschaftswachstum nachhaltig anzukurbeln.
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