DAX: 1,6 Prozent Minus am Verfallstag
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 21:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der deutsche Leitindex hat am Freitag einen deutlichen DĂ€mpfer hinnehmen mĂŒssen. Am sogenannten groĂen Verfallstag gaben die Notierungen im DAX spĂŒrbar nach, belastet von internationalen Zinssorgen und anhaltender Unsicherheit an den RohstoffmĂ€rkten. Zum Handelsschluss verzeichnete das Börsenbarometer ein Minus von 1,6 Prozent bei 25.296,44 Punkten. Damit liegt das Leitbarometer rund 5,0 Prozent unter seinem Ende August markierten 52-Wochen-Hoch.
Neben den turnusmĂ€Ăigen Abrechnungen an den Terminbörsen sorgten vor allem Signale der globalen Notenbanken fĂŒr ZurĂŒckhaltung unter den Marktteilnehmern. Die Hoffnung auf eine rasche Lockerung der ZinszĂŒgel weicht zunehmend der RealitĂ€t fortgesetzter geldpolitischer Straffungen.
Zentralbanken drehen an der Zinsschraube
Verantwortlich fĂŒr die gedrĂŒckte Stimmung waren unter anderem BeschlĂŒsse aus den USA und Japan.
FĂŒr die US-Notenbank handelte es sich um die erste Zinsanhebung seit Juli 2023. Am Freitag folgte die Bank of Japan und hob ihren Leitzins auf 1,25 Prozent an â der höchste Stand in Japan seit 30 Jahren. Zudem stellte die dortige Notenbank weitere Schritte in Aussicht.
Auch in Europa bleibt die Geldpolitik straff. Bereits am 10. September hatte die EuropĂ€ische Zentralbank die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte angehoben, womit der Einlagensatz nun bei 2,50 Prozent liegt. EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde betonte auf der anschlieĂenden Pressekonferenz, dass kĂŒnftige Zinsentscheidungen strikt von den eingehenden Konjunktur- und Teuerungsdaten abhĂ€ngen werden.
Gemischtes Bild im Technologiesektor
Bewegung gab es zudem bei den Technologiewerten, die zuvor durch Debatten ĂŒber die Entwicklung autonomer Systeme unter Druck geraten waren. Die französische Investmentbank Oddo BHF stufte die Aktie des Chipherstellers Infineon von âNeutralâ auf âOutperformâ hoch.
Analyst Stephane Houri begrĂŒndete den Schritt damit, dass sich die geschĂ€ftliche Dynamik des Konzerns mit Blick auf 2027 kaum noch ignorieren lasse. Mehrere Halbleiter-Zulieferer konnten am Freitag krĂ€ftige Kursgewinne verbuchen.
Auf der Indexebene steht zum Wochenstart zudem die Umsetzung der regulĂ€ren ĂberprĂŒfung an. WĂ€hrend die Zusammensetzung der ersten deutschen Börsenliga unverĂ€ndert bleibt, greifen zum 21. September Anpassungen in den Nebenwerte-Indizes MDAX, SDAX und TecDAX.
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