DAX: Rheinmetall erhält 500-Millionen-Auftrag
Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 19:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der DAX hat am Freitag seine viertägige Verlustserie gestoppt und mit 26.136,56 Punkten geschlossen, ein Plus von 0,6 Prozent. Auslöser war ein überraschend starker Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone, der den höchsten Stand seit über vier Jahren erreichte.
Über sieben Handelstage hinweg steht der Index dennoch mit 1,1 Prozent im Minus – die Erholung vom Freitag konnte den vorangegangenen Rücksetzer nicht vollständig ausgleichen.
Getragen wurde die Erholung von Autowerten und Industrieaktien. Adidas, BMW und Siemens führten die Gewinnerliste mit Kursplus zwischen 1,4 und 2,28 Prozent an, während auch Technologiewerte zulegten. Anleger werteten die Industriedaten aus der Eurozone als Signal, dass sich die Nachfrage in konjunktursensiblen Branchen stabilisiert.
Auf der Verliererseite standen Qiagen, MTU Aero Engines und Fresenius Medical Care mit Abschlägen zwischen 1,83 und 3,03 Prozent – Werte, die zuletzt eher als defensiv galten und nun der Rotation in zyklische Titel zum Opfer fielen.
Rheinmetall profitiert von Großauftrag
Abseits der breiten Indexbewegung sorgte Rheinmetall am Montag vergangener Woche für positive Schlagzeilen. Der Rüstungskonzern erhielt von der Bundeswehr einen bestätigten Auftrag über mehr als 500 Millionen Euro für militärische Ausrüstung. Solche Großaufträge unterstreichen die anhaltend hohe Nachfrage im Verteidigungssektor, der seit geraumer Zeit zu den tragenden Säulen der DAX-Entwicklung zählt.
Parallel dazu bleibt die makroökonomische Lage durchwachsen. Das Statistische Bundesamt meldete für Juli einen Anstieg der harmonisierten Inflationsrate auf 2,8 Prozent im Jahresvergleich – ein Wert, der die Diskussion über die weitere Zinspolitik befeuert.
Zugleich weitete sich das deutsche Handelsdefizit gegenüber China im ersten Halbjahr auf 55 Milliarden Euro aus, ein Zeichen für die strukturellen Herausforderungen der deutschen Exportwirtschaft.
Indexzusammensetzung vor Überprüfung
Für Bewegung im Nebenwertesegment sorgte zudem OHB: Das Raumfahrtunternehmen wurde im Rahmen einer außerordentlichen Anpassung in den SDAX aufgenommen. Der Indexanbieter Qontigo, eine Tochter der Deutschen Börse, hatte zudem die reguläre Überprüfung der DAX-Zusammensetzung für September angekündigt. Solche Termine sind für Anleger relevant, weil sie über Zu- und Abgänge im Leitindex entscheiden und damit auch passive Mittelflüsse steuern können.
Mit dem Sprung über die 26.000er-Marke bleibt der DAX in Reichweite seines 52-Wochen-Hochs, notiert aber noch 1,6 Prozent darunter – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Erholung zwar Substanz hat, aber noch nicht auf neue Rekordstände hindeutet.
Ob die guten Industriedaten aus der Eurozone tragfähig genug sind, um die Zinssorgen infolge der steigenden Inflation zu überlagern, dürfte sich in den kommenden Wochen an der Reaktion der Anleiherenditen zeigen.
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