DAX, Tech-Rally

DAX: Tech-Rally gegen Anleiherenditen

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 22:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Technologieimpulse stützen den DAX, während schwache deutsche Industriebestellungen und hohe Renditen den Aktienmarkt herausfordern.

DAX legt dank Tech-Börsen zu, doch Anleiherenditen bremsen
Ein moderner Computermonitor mit steigenden Aktienkursen und Finanzdiagrammen in einem Büro. Illustration mit AI erstellt.

Der DAX startet mit Rückenwind aus der Technologiebranche in den Dienstag. An der Wall Street erreichte der Nasdaq 100 ein neues Rekordhoch, die technologielastigen Börsen in Asien zogen nach. Der deutsche Leitindex legte zum Handelsstart um 0,54 Prozent auf 25.390,75 Punkte zu.

Damit setzt sich die Erholung fort, die schon vor dem Wochenende begann. Die Marke von 25.300 Punkten bleibt allerdings umkämpft: Zum Handelsschluss am Montag gelang es dem Index noch nicht, sie nachhaltig zu überwinden.

Zwei Anlagealternativen konkurrieren

Anleger stehen derzeit vor einer klaren Weichenstellung. Auf der einen Seite locken KI- und Halbleiterkonzerne mit Billionenbewertungen. Auf der anderen Seite werfen zehnjährige Staatsanleihen mehr als fünf Prozent Rendite ab und werden zunehmend zur echten Alternative. Noch gewinnt die KI-Euphorie dieses Duell. Je höher die Renditen steigen, desto höher liegt jedoch die Messlatte für weitere Kursgewinne am Aktienmarkt.

LBBW-Aktienstratege Uwe Streich verweist auf ein historisches Muster. Höhere Renditen deuten oft auf eine anziehende Konjunktur hin, davon profitierte der S&P 500 in der Vergangenheit überdurchschnittlich. Dies galt aber nur, solange die Rendite zehnjähriger US-Treasuries unter fünf Prozent lag.

Oberhalb dieser Schwelle entwickelte sich der US-Markt meist nur noch unterdurchschnittlich. Zuletzt hatte sich die Rendite nach dem Sprung über fünf Prozent wieder stabilisiert.

Schwache Industriedaten, hohe Energiepreise

Belastend wirkten die deutschen Auftragseingänge. Die Bestellungen der Industrie brachen um 10,6 Prozent ein, deutlich stärker als erwartet. Ausschlaggebend waren vor allem rückläufige Großaufträge aus Rüstung, Schiffbau und Flugzeugbau. Die Anleger nahmen die Zahlen bislang allerdings nur zur Kenntnis.

Zusätzlich bremsen die hohen Energiepreise. Der Brent-Ölpreis bewegte sich am Morgen kaum verändert auf hohem Niveau. Marktanalyst Andreas Lipkow von CMC Markets erwartet, dass Energiepreise und Anleiherenditen die datenarme Handelswoche dominieren.

Termine und Marken

Impulse könnten von einzelnen Unternehmen kommen. Marvell Technology lädt heute zu einer Anlegerveranstaltung, Porsche hält am Mittwoch seinen Kapitalmarkttag ab. Am Donnerstag legt der Chipauftragsfertiger TSMC seine Umsatzzahlen für die ersten neun Monate vor.

Technisch zeichnet sich für heute eine Handelsspanne zwischen 25.200 und 25.450 Punkten ab. Das Rekordhoch liegt weiter entfernt: Am 28. August erreichte der DAX intraday 26.618,74 Punkte, auf Schlussbasis waren es 26.569,99 Zähler.

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