DAX: Zinsen drücken auf Bewertungen
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 20:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zehnjährige US-Staatsanleihen werfen 5,29 Prozent ab und damit mehr als der S&P 500 an Gewinnrendite bietet. Diese Verschiebung belastet auch den DAX, der den September schwach beendet. Seit Ende August hat der Index rund vier Prozent verloren, für das dritte Quartal bleibt immerhin ein kleines Plus von 0,8 Prozent.
Fed-Signale und Dollar-Stärke
Neel Kashkari, Chef der Fed von Minneapolis, stufte die Inflation als weiterhin zu hoch ein. Er rechnet nach der ersten Zinserhöhung seit drei Jahren im September mit einem weiteren Schritt noch in diesem Jahr. Das dämpft die Hoffnung auf eine Atempause, obwohl die Kernrate des PCE-Deflators im August mit drei Prozent niedriger ausfiel als erwartet.
Der Euro spürt den Druck ebenfalls. Er fiel am Morgen auf 1,1319 Dollar, das tiefste Niveau seit Mai 2025. Treiber sind steigende Renditen und der stärkere Dollar.
Die Logik dahinter: Höhere Zinsen entwerten künftige Gewinne, und die Prämie fürs Aktienrisiko schrumpft. Ein Blick auf 2022 zeigt, wie das enden kann. Damals verloren S&P 500 und DAX vom Hoch zum Tief je rund ein Viertel, das DAX-KGV sank auf elf.
Chartbild: Letzte Verteidigungslinie
Am Mittwoch drehte der DAX nach einem Anlauf auf 25.581 Punkte deutlich nach unten. Im Tief rutschte er auf 25.145 Punkte und fiel damit knapp unter das Verlaufstief vom 24. September. Zum Schluss stand er bei 25.199 Punkten, unter der 100-Tage-Linie bei 25.370.
Der kurzfristige RSI liegt mit knapp 29 im überverkauften Bereich, was eine Gegenbewegung begünstigen kann. Für eine echte Entwarnung müsste der Index jedoch zunächst die 10-Tage-Linie bei 25.449 Punkten zurückerobern. Der VDAX-New steht bei 17,95 und signalisiert leicht erhöhte Nervosität.
Die Zone um 25.160 Punkte gilt als letzte Verteidigungslinie der seit Mitte September laufenden Seitwärtsspanne. Ein Tagesschluss darunter würde den Bruch bestätigen. Dann dürfte der DAX zunächst die Kurslücke bei 25.099 Punkten schließen und anschließend die 200-Tage-Linie bei rund 24.880 Punkten ansteuern. Nach oben bleibt das Rekordhoch bei 26.570 Punkten der Widerstand.
Termine
Heute stehen die finalen Einkaufsmanagerindizes der Industrie und am Nachmittag der US-ISM-Index an. Besonders die Beschäftigungskomponente und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gelten als Fingerzeig für den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Am 13. Oktober eröffnen JPMorgan und Goldman Sachs die US-Berichtssaison, für das dritte Quartal erwarten Analysten im S&P 500 ein Gewinnplus von rund 29 Prozent.
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