DAX, Zinsen

DAX: Zinsen und Öl drücken

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 16:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Leitindex verlor 1,18 Prozent; Chipwerte gaben nach, während technische Indikatoren auf anhaltenden Abwärtsdruck hindeuten.

DAX fällt unter 25.000 Punkte: Ölpreise und Renditen belasten
Ein verlassener Börsensaal in gedimmtem Licht mit fallenden Kurstrends auf einem Monitor. Illustration mit AI erstellt.

Der DAX hat die Marke von 25.000 Punkten verloren. Teures Öl, hohe Anleiherenditen und ein Ausverkauf bei Chipwerten setzten die Börsen am Donnerstag unter Druck. Der Leitindex schloss 1,18 Prozent tiefer bei 24.806 Punkten, dem niedrigsten Stand seit Ende Juli.

Für Freitag zeichnet sich vorbörslich eine Erholung ab. Ob sie trägt, ist offen.

Öl, Renditen und KI-Finanzierung

Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus und hurrikanbedingte Förderausfälle in den USA trieben Brent zuletzt über die Marke von 100 Dollar. Am Freitagmorgen gab der Preis etwas nach und lag bei rund 103 Dollar je Barrel. US-Präsident Trump ordnete wegen Rekordpreisen an den Zapfsäulen eine befristete steuerliche Notfallmaßnahme für Diesel an. Ob sie die angespannte Versorgung spürbar entlastet, ist fraglich.

Hinzu kommen die Zinsen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt nahe dem höchsten Stand seit 24 Jahren. Die Fed hatte im September erstmals seit 2023 die Zinsen angehoben, für Dezember rechnen Händler mehrheitlich mit einem weiteren Schritt. Solange Energiepreise und Renditen nicht sinken, dürfte die Lust auf größere Aktienkäufe begrenzt bleiben, sagte Andreas Lipkow von CMC Markets.

An der Wall Street belastete zudem ein Bericht über die Umsätze von OpenAI die Halbleiterwerte. Der Philadelphia-Halbleiterindex verlor 3,4 Prozent. Im DAX traf es Fresenius mit minus 3,9 Prozent und Infineon mit minus 3,4 Prozent am stärksten. Der MDAX büßte 2 Prozent ein.

Charttechnik: Trend zeigt nach unten

Technisch hat sich das Bild eingetrübt. Der DAX notiert unter dem 200-Tage-Durchschnitt, RSI und MACD signalisieren Verkauf, das Tagesmomentum ist ins bärische Lager gewechselt. Der VDAX-New stieg auf 18,60 Prozent und liegt damit leicht über der Marke von 17 Prozent, ab der Abwärtsbewegungen tendenziell stärker ausfallen. Der Fear & Greed Index sprang auf 37 und damit in den Bereich "Fear".

Nach unten nennen Chartanalysten 24.480 Punkte als nächste Unterstützung, danach 24.205 und 23.968. Auf der Oberseite bleibt 25.800 die entscheidende Hürde. Fällt sie, rücken 26.080 und 26.618 Punkte in den Blick.

Was als Nächstes ansteht

Die Berichtssaison beginnt kommende Woche. Sie soll zeigen, ob die Gewinne die Bewertungen tragen. Infineon legt am 9. November Zahlen vor. Bis dahin bestimmen Ölpreis und Renditen das Tempo. Hält die Marke von 24.480 Punkten nicht, rückt das Ziel von 23.968 Punkten in Reichweite. Gelingt der Sprung über 25.800 Punkte, wäre die Korrekturgefahr vorerst gebannt.

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