DAX: Zittersieg trotz Ölpreis-Sprung
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 19:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der DAX lieferte am Mittwoch eine echte Achterbahnfahrt. Früh am Morgen kletterte der Leitindex bis auf 25.565 Punkte, brach dann aber unter dem Eindruck neuer Iran-Angriffe auf über 25.500 Punkte ab. Am Nachmittag kämpfte er sich zurück und schloss den Handel mit einem moderaten Plus von 0,16 Prozent bei 25.505 Punkten ab.
Der Auslöser für den Rückschlag: Berichte über erneute Angriffe des Iran im Konflikt mit den USA ließen die Ölpreise steigen. Die Sorte Brent legte kräftig zu und markierte einen Anstieg von rund fünf Prozent. Aggressive Töne von US-Präsident Donald Trump in Richtung Teheran verschärften die Nervosität zusätzlich.
Bilanzsaison federt die Geopolitik ab
Dass der Index am Ende trotzdem ins Plus drehte, verdankt er starken Quartalszahlen. Rheinmetall führte die Gewinnerliste mit einem Kursplus von 5,5 Prozent an — das operative Ergebnis kletterte auf 562 Millionen Euro, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahresquartal. Der Rüstungskonzern löst sich damit weiter aus seinem Abwärtstrend seit dem Jahreshoch im Januar.
Auch die Deutsche Bank überzeugte mit einem Rekordgewinn im Investmentbanking und legte um 3,2 Prozent zu. RWE hob nach einem starken Halbjahr die Prognosen für 2026 und 2027 an, die Aktie gewann 2,4 Prozent. BASF verbuchte nach detaillierten Zahlen ein Plus von 4,3 Prozent und kündigte ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu einer Milliarde Euro an, das im August 2026 starten und bis April 2027 laufen soll.
Nordex bestätigte trotz eines überraschend guten Quartals seine Jahresprognose und stieg um 6,3 Prozent. Siemens Healthineers profitierte mit plus 3,5 Prozent von starken Zahlen des US-Konkurrenten GE HealthCare.
Nicht jeder Bilanzbericht kam gut an. AUTO1 brach um 8,8 Prozent ein, weil das Management trotz solider Eckdaten an unveränderten Jahreszielen festhielt — Analysten von Jefferies zeigten sich irritiert. Im Nebenwertesegment verlor die Medios-Aktie rund zehn Prozent nach einem schwachen Halbjahr, während Shelly Group um etwa elf Prozent zulegte, nachdem Schneider Electric Interesse an einer Übernahme bekundet hatte.
Blick auf Warsh und die Tech-Riesen
Am Abend richtete sich die Aufmerksamkeit auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Die meisten Marktteilnehmer rechneten mit einem unveränderten Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent — zum fünften Mal in Folge. Nach US-Börsenschluss standen zudem Quartalszahlen großer Technologiekonzerne an, die vor allem mit Blick auf die Rentabilität der milliardenschweren KI-Investitionen mit Spannung erwartet wurden — der jüngste Ausverkauf bei Halbleiterwerten in Asien hatte diese Frage zusätzlich befeuert.
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