Delivery Hero Aktie: S&P hebt Ausblick auf Positive
Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 05:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Berliner Essenslieferdienst Delivery Hero steuert auf die Integration in den US-Konzern Uber Technologies zu. Nachdem Uber Mitte Juli ein offizielles Bar-Übernahmeangebot für alle ausstehenden Aktien vorgelegt hatte, wurden nun weitere finanzielle und strategische Details bekannt. Die Transaktion markiert einen Wendepunkt für das Unternehmen, das sich zudem in einer personellen Umbruchphase befindet.
Milliarden-Finanzierung und strategische Verkäufe
Am vergangenen Freitag gab Delivery Hero den Abschluss einer Vereinbarung über Schuldscheindarlehen in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro bekannt. Die Geldgeber sind Uber Technologies und deren Tochter SMB Holding Corp. Diese Finanzspritze steht in engem Zusammenhang mit der Veräußerung operativer Einheiten in 14 Ländermärkten an die New Yorker Investmentfirma SSW Partners. Der Verkauf dieser Geschäftsteile dient primär der Erfüllung regulatorischer Auflagen, um den Weg für den Zusammenschluss mit Uber freizumachen.
Bereits am 16. Juli hatte Uber das offizielle Angebot unterbreitet, die Aktionäre mit 41,50 Euro je Aktie in bar abzufinden. Dies entspricht einem Eigenkapitalwert von etwa 14,8 Milliarden US-Dollar. Unterstützung erhält das Vorhaben durch den Großaktionär Prosus. Das Unternehmen, das rund 17 Prozent der Anteile an Delivery Hero hält, hat sich bereits unwiderruflich verpflichtet, seine Position in das Angebot einzubringen.
Rating-Ausblick und regulatorische Hürden
Die Entwicklungen rund um den Eigentümerwechsel blieben auch bei den Rating-Agenturen nicht unbemerkt. Am 27. Juli hob S&P Global Ratings den Ausblick für Delivery Hero von „Stable“ auf „Positive“ an. Das langfristige Emittentenrating von „B“ wurde dabei bestätigt. Laut S&P Global dürfte die Integration in den Uber-Konzern die Kreditwürdigkeit des Unternehmens deutlich stärken.
Die Aktie spiegelt die Dynamik der vergangenen Monate wider: Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein deutliches Plus von 64,01 Prozent. Am gestrigen Montag ging der Titel mit einem Schlusskurs von 37,28 Euro aus dem Handel. Damit notiert der Kurs weiterhin unter dem 52-Wochen-Hoch von 40,49 Euro, das am 16. Juli im Zuge der Angebotsbekanntgabe erreicht wurde.
Analysten reagieren mit Herabstufungen
In der Analystengemeinschaft hat die Festlegung des Übernahmepreises zu einer Neubewertung geführt. Da das Kurspotenzial nun maßgeblich durch die Offerte von 41,50 Euro gedeckelt ist, passten namhafte Häuser ihre Einstufungen nach unten an. Giles Thorne vom Analysehaus Jefferies stufte die Aktie am 25. Juli von „Buy“ auf „Hold“ ab. Er passte das Kursziel dabei auf das Niveau des Uber-Angebots von 41,50 Euro an.
Zuvor hatte bereits Andrew Ross von Barclays am 21. Juli reagiert. Er senkte sein Votum von „Overweight“ auf „Equal Weight“. Auch Ross wählte ein Kursziel von 41,50 Euro, nachdem er die Bedingungen der Übernahme analysiert hatte. Beide Analysten sehen die Aktie damit als fair bewertet an, solange kein Konkurrenzangebot den Preis weiter in die Höhe treibt.
Der Konzernumbau fällt in eine Zeit des Wechsels an der Führungsspitze. Bereits im Mai hatte CEO und Mitgründer Niklas Östberg seinen Rücktritt nach 15 Jahren im Unternehmen angekündigt. Während der Aufsichtsrat die Suche nach einem Nachfolger eingeleitet hat, bestätigte die ordentliche Hauptversammlung am 23. Juni die Wiederwahl von Roger Rabalais und Scott Ferguson in das Gremium. Weitere Details zur operativen Entwicklung im zweiten Quartal werden Anleger am 27. August erwarten, wenn Delivery Hero den Halbjahresfinanzbericht sowie ein aktuelles Trading Update vorlegt.
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