Demire, Cash

Demire: Cash da, Refinanzierung drÀngt

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 09:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
ImmobilienverkÀufe erhöhen Demires LiquiditÀt; die Refinanzierung der Ende 2027 fÀlligen Anleihe bleibt eine zentrale Aufgabe.
Moderne BĂŒroarchitektur bei DĂ€mmerung als Symbol fĂŒr den gewerblichen Immobilienmarkt. Illustration mit AI erstellt.

Demire hat im dritten Quartal geliefert, wo es zĂ€hlt: Der Konzern setzte einen großen Teil seiner Verkaufspipeline um und fĂŒllte die Kasse. Die Mieteinnahmen schrumpfen dadurch zwar, die Ergebnisse liegen aber ĂŒber den Erwartungen. Das eigentliche Thema bleibt die Anleihe von 2027.

VerkĂ€ufe drĂŒcken Mieten, stĂŒtzen Ergebnis

Die Mieteinnahmen sanken im Quartal um 20,2 Prozent auf 10,9 Millionen Euro, im Wesentlichen wegen der VerkÀufe. Flensburg, Kempten, Frankfurt und Chemnitz wurden abgeschlossen, hinzu kam der Teilverkauf in Bonn. Seit Jahresbeginn flossen rund 61 Millionen Euro zu, davon 43,6 Millionen im dritten Quartal.

Die Leerstandsquote stieg um 1,1 Prozentpunkte auf 22,6 Prozent, vor allem wegen Schwerin und Leipzig. Vergleichbare Mieten gingen um 6,3 Prozent zurĂŒck.

Beim operativen Ergebnis (FFO I) lag Demire mit 0,8 Millionen Euro ĂŒber den Erwartungen von Analysten. Geringere laufende Steuern halfen, die Verwaltungskosten blieben stabil. FĂŒr neun Monate stehen 2,8 Millionen Euro zu Buche – bereits mehr als die Obergrenze der Jahresprognose.

Die Prognose bestĂ€tigte das Management: Mieteinnahmen von 42,5 bis 44,5 Millionen Euro, FFO I von 0,5 bis 2,5 Millionen Euro. FĂŒr das vierte Quartal stellte der Finanzchef ein neutrales bis leicht negatives FFO in Aussicht, weil Investitionen von wenigen hunderttausend Euro in den Bestand direkt als Aufwand laufen.

Die Kasse ist voll, aber nicht frei verfĂŒgbar

Die liquiden Mittel stiegen auf 82,6 Millionen Euro, nach 44,4 Millionen zur Jahresmitte. Der Netto-LTV fiel auf 40,1 Prozent.

Allerdings liegen rund 40 Prozent der LiquiditĂ€t in der Tochter Fair Value REIT. Vom Rest steht nur ein kleiner Teil unmittelbar zur VerfĂŒgung. Zum Vergleich: Auf der Anleihe 2019/2027 sind noch 251 Millionen Euro nominal offen, fĂ€llig Ende 2027. Das Management arbeitet daran, mehr LiquiditĂ€t nach oben zu holen, und will die Refinanzierung „sehr bald“ angehen. Analysten sehen darin das zentrale kurzfristige Risiko.

Verkaufsprozess der GroßaktionĂ€re

Apollo und Wecken halten zusammen rund 91 Prozent und prĂŒfen den Verkauf ihres Pakets. Zu Details Ă€ußerte sich das Unternehmen nicht, stellt aber bis zum Jahresende weitere Informationen in Aussicht. Ein Pflichtangebot wĂŒrde dem Streubesitz eine Kursuntergrenze setzen. Ein Kontrollwechsel könnte zugleich eine Verkaufsoption zu 101 Prozent auf die Anleihe auslösen.

Der EPRA-NAV je Aktie sank auf 1,28 Euro, nach 1,59 Euro Ende 2025. Die Aktie notiert nach Berechnung des Analysehauses 83 Prozent unter diesem Wert. Es bestÀtigt seine Kaufempfehlung und setzt das Kursziel auf 0,70 Euro.

Konkrete Klarheit zum AktionĂ€rsprozess erwartet das Unternehmen bis Ende 2026, die Vermietung der leeren FlĂ€chen in Bonn, NeumĂŒnster und Leipzig mit rund 20.000 Quadratmetern soll den Leerstandstrend 2027 drehen.

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